BG HORROR ESSENTIALS Teil 5/9 – Shining etc.

shinings

Da es ne Menge Filme gibt, kann man schon mal den Faden verlieren, was man denn alles kennen sollte. In der BG Reihe HORROR ESSENTIALS stellen wir euch 45 Horrorfilme vor, die jeder Filmenthusiast kennen sollte. (von Christian Mester).

Dies ist der 5. Artikel von insgesamt 9.

fliege

Worum geht’s: Bei einem Experiment verändert sich Jeff Goldblums DNA, was ihn langsam aber sicher zu einer menschengroßen Fliege mutieren lässt. Bssss.

Empfohlen warum: Der etwas andere Ant-Man. Wissenschaft spielt in vielen Horrorfilmen eine wichtige Rolle, da das Herumpanschen mit den Grenzen des Machbaren und Moralischen filmisch oft in unterhaltsam unheimlichen Konsequenzen endet. Hier in garstigem Bodyhorror, der reichlich eklig ausfällt (u.a., da der menschliche Jeff Goldblum nach und nach im wahrsten Sinne des Wortes auseinanderfällt). Regisseur David Cronenberg will aber keineswegs bloß anwidern und fährt gleich zwei interessante Schienen. Zum einen ist es der Forscher selbst, der von seiner Degenerierung zum Krabbler überraschenderweise eher fasziniert als verängstigt bleibt, und seine Liebesgeschichte zu einer jungen Geena Davis, die wegen des Chitinwuchses immer stärker auf die Probe gestellt wird. Ein insgesamt hervorragend gemachter Monsterfilm, der mit Goldblums fortschreitender Metamorphose kontinuierlich an Dramatik hinzugewinnt.

Vermächtnis: Diese Fliege ist ein Remake eines 50er Jahre Monsterfilms, der allerdings selbst kein Klassiker ist. Da bekommt der Mensch einen Fliegenkopf und die Fliege einen Menschenkörper, klar voneinander getrennt. Es gab dazu zwei Fortsetzungen namens Die Rückkehr der Fliege und Der Fluch der Fliege, die jetzt zwar nicht weggeklatscht werden müssen, die Urfliege dennoch nicht auf eine Stufe mit anderen Monsterklassikern stellen können. Von dieser neuen, sehr zu empfehlenden Klassiker-Fliege gab es noch eine Fortsetzung mit Eric Stoltz, die schwächer als Cronenbergs, aber nicht per se schlecht ist.

rosemary

Worum geht’s: Als die junge Rosemary schwanger wird, ahnt sie nicht, dass ihre freundlichen Satanisten-Nachbarn für teuflischen Nachwuchs gesorgt haben.

Empfohlen warum: Als wäre eine Schwangerschaft nicht schon aufregend genug, spielt Roman Polanskis fesselndes Horrordrama mit den schlimmsten Vorstellungen rund ums Kinderkriegen. Die bösen Nachbarn wollen das Kind stibitzen, Rosemarys Gesundheit und Vernunft fahren Achterbahn und dann mags sein, dass irgendwas mit dem Kind nicht stimmt. Der großartigen Mia Farrow wird visuell schwindelig in ihrem kleinen Apartment und je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto mehr spitzt sich das Gefühl der Bedrohung zu. Polanski hatte sich mit Repulsion bereits als Großmeister der Paranoia bewiesen, doch Rosemarys Baby ist noch sehr viel packender inszeniert.

Vermächtnis: Es gab eine Fortsetzung fürs Fernsehen, die aber niemand je gesehen hat, und 2014 gabs ein schick gefilmtes, aber irrelevantes TV-Remake mit Zoe Saldana aus Avatar als neue Mami Beelzebubs. Anzumerken ist vielleicht noch eine andere Filmreihe, die von Rosemary inspiriert war. It’s Alive / Die Wiege des Bösen von 1974. Eine absurde dreiteilige Reihe samt Remake, in der ein Monsterbaby geboren wird, das dann lauter Leute umbringt. Es ist fraglos vorstellbar, dass jemand Rosemary’s Baby sah und meinte, dass die Geburt des Dämonenbabies viel besseren Stoff hergäbe als die Schwangerschaft. Höheren Bodycount vielleicht, aber keinen besseren Film.

shining

Worum geht’s: Hausmeister und Autor Jack soll nur das alte Overlook Hotel durch den Winter bringen, verfällt jedoch den anwesenden bösartigen Geistern und wird zur Gefahr für seine eigene Familie.

Empfohlen warum: “Hier kommt Johnny!” Shining ist eine Meisterstudie des Wahnsinns. Von Stephen King wurde schon fast alles verfilmt, aber Shining war eins der seltenen Male, dass große Filmtalente an der Umsetzung beteiligt waren. Hinter der Kamera Stanley Kubrick (2001: Odyssee im Weltraum, Full Metal Jacket), vor der Kamera Jack Nicholson in seiner besten Zeit. Das Ergebnis ist ein erstklassig und künstlerisch inszenierter Psychothriller, der den erneuten Absturz eines Alkoholikers mit Horrormotiven erzählt. Jack ist ein sympathischer Kerl, der aber leider einen Knacks hat und aus Frust keine Schreibermuse mehr zu haben tragischerweise erneut zum Glas greift. Blut aus dem Fahrstuhl, unheimliche Zwillinge und viele andere unvergessliche Bilder schmücken die immer intensiver werdene Todesfalle des Overlooks.

Vermächtnis: Es gab einige Jahre später eine zweite Adaption fürs Fernsehen, die King uwar selbst besser gefiel, da sie näher am Buch war, die aber objektiv gesehen kein Vergleich zum unvergesslichen Kubrick Klassiker ist. In Buchform wurde die Geschichte dann rund 30 Jahre später nochmal fortgesetzt, in Doctor Sleep.

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Worum geht’s: Drei Amateurfilmer drehen eine Doku über eine Hexenlegende in der Pampa, die sich dann als echter entpuppt als gedacht.

Empfohlen warum: Größeres Zelterlebnis als Rock am Ring. Blair Witch war einer der ersten wirklichen Found Footage Filme (lassen wir Sachen wie Cannibal Holocaust mal außen vor) und als solcher so wirkungsvoll, dass er damals gar damit beworben wurde, echtes gefundenes Material zu sein. Was gerade in den USA viele glaubten. Der Film sieht natürlich grottig aus und die “Schauspieler”, die hauptsächlich improvisierten, sind fast was für den Scheiterhaufen. Da die drei aber die meiste Zeit über in der Tat allein im Wald campierten, ist ihr Schlottern, ihre Angst und der aufkommende Frust äußerst authentisch. Der Großteil des Grusels bleibt der eigenen Vorstellung überlassen und das außerordentlich wirkungsvoll, da die Macher ihre Mythologie der Blair Hexe simpel und grauenerregend gestalten.

Vermächtnis: Es gab einen zweiten Teil, der prinzipiell kein Found Footage mehr und ganz anders war. Er hatte mit den Ereignissen des ersten Films aber nicht mehr viel zu tun und landete schnell im Kompost der Relevanz. In Game-Form gab es Prequels und Fortsetzungen, die auch nicht gerade das Gelbe vom Ei waren. Blair 3 ist seit immer im Gespräch, aber vielleicht reicht der eine auch.

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Worum geht’s: Bei einer Routineuntersuchung entdeckt ein Team von Weltraumtruckern ein altes, abgestürztes außerirdisches Raumschiff. Eine Lebensform gelangt an Bord und ehe sich die toughe Ellen Ripley versieht, drohen Gefahren von mehreren Seiten.

Empfohlen warum: Also wirklich? Alien ist einer der 5 Filme, die man in seinem Leben gesehen haben muss und als Horrofilm ist er damit selbstredend auch in den Essentials zu finden. Ein perfekter Film, an dem es auch 35 Jahre später nichts auszusetzen gibt. Ungemein packend, mit großartigem Setdesign, fesselndem Score, einer durch und durch faszinierenden und abwechslungsreichen außerirdischen Kreatur und sympathischen Darstellern ist er für Filme so wichtig wie die Mondlandung für Astronautenhelme.

Vermächtnis: So einiges. Da Alien unermesslichen kulturellen Eindruck hinterließ, gibt es bis heute haufenweise Filme, Bücher und Games zum Thema. Fürs Kino gibt es, je nach Ansicht, 4, 6 oder 7 Teile. Aliens von James Cameron ist kurioserweise ebenfalls ein perfekter Film, aber anderes Genre: Action statt Horror. Alien 3 von David Fincher ist gnadenlos düster und gut, Alien Resurrection hingegen seichter, aber gute Popcornunterhaltung. Dann kamen zwei Predator Crossover, Alien vs Predator und Aliens vs Predator: Requiem. Der erste hat passable Actionszenen, aber im Grunde kann man beide ignorieren. Dann folgte noch Prometheus, der ein Quasi-Prequel zu Alien darstellt, mit der Handlung aber so wenig zu tun hat, dass man es eher als Spin-off deuten könnte. Ein unfassbar schicker Film, der aber Momente der absoluten Dummheit mitbringt und in Spannung, Regie und Schauspieler trotz 10x so hohen Budgets wie Alien nicht ans Original herankommt. In Gameform darf man das originale Alien vs Predator und das relativ neue, großartige Alien: Isolation kennenlernen.

Kritik: Alien Isolation
Kritik: Prometheus

BG Podcast: Alle Alien Filme

(Aus Jugendschutzgründen empfehlen wir selbstredend immer die gekürzten Fassungen)
Anderer Meinung oder Tipps, welche wir noch nennen müssen? Schreib uns hier oder im Forenthread zur Reihe!

ÜBER DEN AUTOR: Christian Mester hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. Als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig, ist er heute hauptsächlich Projektleiter in der Werbebranche. Lieblingsfilme sind Der weiße Hai und Jurassic Park.

BG Horror Essentials – Teil 1/9 – u.a. A Nightmare on Elm Street
BG Horror Essentials – Teil 2/9 – u.a. Der Weiße Hai
BG Horror Essentials – Teil 3/9 – u.a. Texas Chainsaw Massacre
BG Horror Essentials – Teil 4/9 – u.a. Freitag der 13te
BG Horror Essentials – Teil 5/9 – u.a. Shining
BG Horror Essentials – Teil 6/9 – u.a. Jurassic Park
BG Horror Essentials – Teil 7/9 – u.a. The Hills have Eyes
BG Horror Essentials – Teil 8/9 – u.a. Hostel
BG Horror Essentials – Teil 9/9 – u.a. Shaun of the Dead

4 Comments

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