BG HORROR ESSENTIALS Teil 6/9 – Jurassic Park etc.

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Da es ne Menge Filme gibt, kann man schon mal den Faden verlieren, was man denn alles kennen sollte. In der BG Reihe HORROR ESSENTIALS stellen wir euch 45 Horrorfilme vor, die jeder Filmenthusiast kennen sollte. (von Christian Mester)

Dies ist der 6. Artikel von insgesamt 9.

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Worum geht’s: Bei einer Berichterstattung über einen Feuerwehreinsatz in einem Wohnbezirk wird dieser plötzlich hermetisch von der Polizei abgeriegelt. Grund: Zombies, grundgütiger…

Empfohlen warum: Found Footage als Stilmittel gilt ja mittlerweile als starkes Indiz für schwache Horrorfilme, doch der spanische Low-Budget-Thriller [REC] erwies sich als überraschendes Gegenargument. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln, die offenbar nur der Geldknappheit wegen als gefundenes Videomaterial verkauft waren, nutzten es Jaume Balaguero und Paco Plaza gezielt und gekonnt aus, um effektives Schaudern aufkommen zu lassen. Man hat das unliebsame Gefühl, zusammen mit dem verängstigten Fernsehteam eingeschlossen zu sein, das immer wieder auf neue Schrecken stößt. Die Figuren verhalten sich hollywood-untypisch authentisch und spannend bleibt es auch, den sorgsam ausgelegten Brotkrumen zur subtilen Erklärung des Ganzen zu folgen.

Vermächtnis: Einiges. [REC] brachte es selbst zunächst auf drei Sequels. [REC 2] ist dem ersten noch sehr ähnlich, wenn auch einen Tacken schwächer. [REC] 3: Genesis wechselt die Location und bringt Comedy-Elemente mit sich, während 4: Apocalypse dann eher wieder die härtere Schiene fährt. Die Filme sind alle ganz akzeptabel, reichen dem ersten aber nicht das Wasser. Die remake-verrückten Amerikaner haben das Original neu aufgelegt, mit Debra aus Dexter als neue Hauptfigur. Da der US Film aber im Grunde eine 1:1 Kopie des spanischen Originals ist und die Hauptfigur nur hier vorkommt, die des spanischen aber auch in den Sequels, lohnt sich das als Quarantine betitelte Remake nicht. Aber: die Amerikaner haben noch einen zweiten, völlig unabhängigen Film namens Quarantine 2: Terminal produziert, in dem das Grauen auf einem Flughafen zuschlägt. Der ist wirklich gelungen, also im Großen und Ganzen zumindest den spanischen [REC] und den zweiten Quarantine sehen.

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Worum geht’s: Ein kleiner Junge lernt ein Mädchen kennen, das etwas anders zu sein scheint. Anders wie in blutgeifernd-vampirisch anders.

Empfohlen warum: Besser nur den richtigen reinlassen. Ganz gleich, ob es Interview mit einem Vampir in den 90ern oder Twilight in den 2000ern als Auslöser war: Vampirfilme sind einfach nicht totzukriegen. Sie werden allerdings auch recht schnell langweilig, da sich viele Filme auf die ewig gleichen, bleichen Szenarien stürzen. Tomas Alfredson schickt eine schwedische, kindheitsorientierte Geschichte ins Rennen, die Let the Right One in zu etwas ganz Außergewöhnlichem macht. Der Film ist ein sehr einfühlsames Drama über einsame Kinder, eine ungewöhnliche coming-of-age Geschichte und überdies ein fesselnder, bisschen märchenhafter Horrorfilm mit teils unvergesslichen Bildern.

Vermächtnis: Wie bei fast allen namhaften nicht-amerikanischen Horrorfilmen gabs ein amerikanisches Remake, mit Chloe Grace Moretz, die ja auch im Carrie Remake zu sehen war. Der Film ist nicht schlecht, aber trotz höheren Budgets mitunter merklich schwächer. Irgendjemand hatte die famose Idee, die Vampirangriffe mit Computereffekten aufzumotzen… was aber maximal zu motzen führt, da es nicht gut ausschaut. Der Film bietet sonst auch nichts eigenes neues, was ihn mehr empfehlen ließe als das Original. Außerdem ist es sicher an der Zeit, dass man mal einen schwedischen Horrorfilm gesehen hat.

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Worum geht’s: Zwei exzentrische Bankräuber entführen einen Priester und seine Familie, und landen dann in einem mexikanischen Bordell voller Vampire. Arriba!

Empfohlen warum: Wer kennt From Dusk Till Dawn denn noch nicht? Als einer der größten Kultfilme der 90er brilliert der von Quentin Tarantino geschriebene, von Robert Rodriguez inszenierte Horror-/Roadmovie-Trip durch die Spitzen beider Talente. Von Tarantino kommen unvergessliche Charaktere (George Clooneys zweifellos coolste Filmrolle) und Dialoge, von Rodriguez flippig mexikanischer Radau und feuriges, selbstironisches Massaker a la Desperado. Es gibt in der Filmmitte einen ungewöhnlichen Genrewechsel, den es so harsch selten zu sehen gibt, aber die großartige Musik von Tito & Tarantunla und eine junge Salma auf dem Laufsteg werden dafür fraglos entschädigen.

Vermächtnis: Es gibt zwei DVD Fortsetzungen; die eine ist ein mäßiges Sequel mit Robert Patrick, die andere ein etwas besseres Western-Prequel. Beide sind aber nicht von Talenten wie Rodriguez und Tarantino gemacht und demnach eher zu vernachlässigen. Ebenso überflüssig ist die relativ neue, wenn auch leider von Rodriguez gemachte From Dusk Till Dawn Fernsehserie, die die Handlung des ersten Films lahm nacherzählt.

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Worum geht’s: Ein unheimlicher Serienmörder stellt die 7 Todessünden in grausamen Morden nach. Brad Pitt und Morgan Freeman ermitteln.

Empfohlen warum: Der Buchmarkt wird jährlich mit Ermittler-Stories überflutet und auch im Fernsehen gibt es gleich haufenweise Serien, in denen umtriebene Detectives hinter Mördern herstöbern. Bleibt der Fokus mehr auf dem erlebten Grauen als auf der täglichen Büroarbeit und den Beziehungen zwischen den Kollegen, wird es zu Horror, und da ist David Finchers Sieben einer der ganz großen Meilensteine des Genres. Sieben mag übertrieben finster gefilmt sein, erreicht mit seinen verregnet-düsteren Bildern aber eine beklemmende Atmosphäre, die den Sündenkiller zu einem schaurig herausragenden Sonderfall machen. Er mag “nur” eine handvoll Leute töten, doch das Wie und Wirken auf die ermittelnden Cops hinterlässt seine Spuren. Enthält Gwyneth Paltrows kopflastigste Performance.

Vermächtnis: In Comic-Form gibt es ein Prequel, das die Opfer und ihre Morde zeigt. Kann man sich getrost sparen.

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Worum geht’s: Ein experimenteller Freizeitpark mit künstlich geschaffenen Dinosauriern lädt ein Team von Testbesuchern ein, die daraufhin einen Stromausfall erleben, der die die gefährlicheren Exemplare befreit.

Empfohlen warum: Erstmal – ja, Jurassic Park ist ein Horrorfilm. Vielleicht kein gezielt auf Erwachsene ausgerichteter und kein Splatterzeug wie etwa die Carnosaur Reihe, aber schon die Eröffnungsszene macht deutlich, woran wir hier sind. Jede (unfreiwillige) Begegnung mit den Fleischfressern wird als gruselig inszeniert, und sie sind alle fantastisch gemacht. Ob es der legendäre T-Rex Ausbruch ist (eine der besten Filmszenen aller Zeiten), die Raptorenverfolgung in der Küche, Nedrys Versteckspiel mit dem Dilophosaurus, die Kletterpartien unter dem stürzenden Auto oder am Elektrozaun, Steven Spielberg zieht alle Register seines Könnens und lässt den Trip auf die Insel Isla Nublar zu einem prägenden Erlebnis werden. Hier mag Horror “kindgerecht” inszeniert sein, aber wenn es so perfekt wie hier inszeniert ist, wer kann da je was gegen haben?

Vermächtnis: Neben den tonnenweise vorhandenen Videogames gibt es aktuell drei Fortsetzungen. The Lost World zeigt eine zweite Insel mit Dinosauriern, auf der Aktivisten gegen böse Zoosammler antreten und ist vor allem für sein Finale bekannt, in der ein T-Rex in San Diego herumstapft. War wieder von Spielberg und ist unterhaltsam, aber nicht so unterhaltsam wie der erste. Jurassic Park 3 kam in den 2000ern von Joe Johnston und versuchte den Spinosaurus als gefährlicher als den T-Rex zu verkaufen. Schlechter Humor, mäßige Actionszenen und null Horrorelementen machten ihn zu einem schwachen Ableger. Im Sommer 2015 kommt der vierte Film, Jurassic World. Der wird vermutlich ein Mix aus den ersten dreien werden.

(Aus Jugendschutzgründen empfehlen wir selbstredend immer die gekürzten Fassungen)
Anderer Meinung oder Tipps, welche wir noch nennen müssen? Schreib uns hier oder im Forenthread zur Reihe!

ÜBER DEN AUTOR: Christian Mester hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. Als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig, ist er heute hauptsächlich Projektleiter in der Werbebranche. Lieblingsfilme sind Der weiße Hai und Jurassic Park.

BG Horror Essentials – Teil 1/9 – u.a. A Nightmare on Elm Street
BG Horror Essentials – Teil 2/9 – u.a. Der Weiße Hai
BG Horror Essentials – Teil 3/9 – u.a. Texas Chainsaw Massacre
BG Horror Essentials – Teil 4/9 – u.a. Freitag der 13te
BG Horror Essentials – Teil 5/9 – u.a. Shining
BG Horror Essentials – Teil 6/9 – u.a. Jurassic Park
BG Horror Essentials – Teil 7/9 – u.a. The Hills have Eyes
BG Horror Essentials – Teil 8/9 – u.a. Hostel
BG Horror Essentials – Teil 9/9 – u.a. Shaun of the Dead

2 Comments

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