BG Jahresrückblick 2015: Serien

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Serienjahr 2015 – Der große Rückblick

Von Christian Schäfer

Wie schnell doch so ein Jahr vergeht. Eben war noch 2014 und gleich ist schon 2016. Zeit also, einmal kurz zu schauen, was 2015 Neues auf dem Serienmarkt zu sehen war. Auffällig ist weiterhin, dass das Angebot von Jahr zu Jahr größer wird und man als Serienjunkie kaum noch die Zeit dafür findet, sämtliche neuen (und Interesse weckenden) Formate einmal unter die Lupe zu nehmen. Falls ihr also hier die eine oder andere Serie aus 2015 vermisst, dann ist das keine Absicht, sondern schlicht der Tatsache geschuldet, dass sich die Serie nicht auf meinem Radar befunden hat und/oder bei der Fülle an neuem Material untergegangen ist. Empfehlungen können aber gerne in den Kommentaren gegeben werden.

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Allgemeine Auffälligkeiten für 2015: Das Angebot der VoD-Anbieter ist deutlich gewachsen und wird dies auch die nächsten Jahre noch tun. Netflix alleine plant über 30 neue Serien für 2016 (Eigenproduktionen in Form von Spielfilmen, Dokumentationen und Kinderserien – die allesamt auch kommen werden – nicht eingerechnet). Amazon produziert derweil auch fleißig weiter und Prime-Kunden können hier mittlerweile auch zeitgleich mit den US-Bürgern neue Serien bestaunen (wenn auch oft „nur“ im O-Ton mit Untertiteln). Mit „Powers“ ging 2015 ferner die erste Serie des PlayStation-Networks an den Start und immer mehr kleinere Sender versuchen sich daran, eigene Serien zu produzieren, womit zum Beispiel der kleinere US-Sender WGN America 2014 anfing (und „Manhattan“ sowie „Salem“ auf Sendung schickte, die 2015 mit einer zweiten Staffel daher kamen). Es ist somit kaum verwunderlich, dass selbst ein Serienvielgucker wie der Clive Abstriche machen muss – ganz zu schweigen davon, dass die alten Serien, die noch nicht abgesetzt wurden, natürlich weiterhin gesehen werden wollen.

Ein weiterer, anhaltender Trend sind neue Serien, die auf Comics basieren. The CW wird nächstes Jahr mit „Legends of Tomorrow“ die bereits vierte Comic-Reihe auf Sendung schicken (auf dem Sender laufen außerdem noch „iZombie“, „Arrow“ und „The Flash“), während die anderen großen Networks spätestens seit 2015 ebenfalls mit mindestens einem Comic-Format dabei sind beziehungsweise waren (denn „Constantine“ wurde von NBC abgesetzt und stellt somit eine der wenigen Ausnahmen in diesem Bereich dar). Im Gegensatz zu anderen Leuten würde ich aber noch nicht von einer Überflutung durch Comic-Serien sprechen. Klar, es werden immer mehr und jeder Sender hätte gerne ein oder mehrere Stückchen vom momentanen Comic-Kuchen (der sich auch im Kino ungebrochen großer Beliebtheit erfreut). Aber dass nicht automatisch alles verlängert wird, dürfte wohl ebenfalls klar sein. Der Reichhaltigkeit an neuen Formaten abseits der Comic-Welt scheint dieser Trend jedenfalls nicht zu schaden, denn 2015 erblickten auch wieder einmal sehr viele andere, originelle Serienstoffe das Licht der Welt.

Aber genug um den heißen Brei geredet. Jetzt zunächst zu den Serien, die ich zwar auf dem Radar hatte, aber wo mir einfach die Zeit fehlte, mal hineinzuschauen:

Hindsight (VH1): Im Mittelpunkt der Serie steht Becca (Laura Ramsay), die am Vorabend ihrer zweiten Hochzeit ins Grübeln gerät, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat und sich plötzlich im Jahr 1995 wiederfindet – zum Zeitpunkt ihrer ersten Hochzeit, die in einer Scheidung endete. Sie bricht daraufhin die Verlobung mit ihrem ersten Mann, vereint sich mit ihrer besten Freundin Lolly (mit der sie in der Gegenwart nicht mehr viel zu tun hatte) und versucht, die Zeitreise dafür zu benutzen, ihr Leben zu verbessern, indem sie persönliche und berufliche Fehler korrigiert.
Die Serie wurde bereits für eine zweite Staffel verlängert und konnte ganz ordentliche Kritiken einheimsen, was am gut eingefangenen 90er Flair liegen soll, welches die Serie laut New York Times irgendwo zwischen „Beverly Hill 90210“ und „Friends“ einordnet.

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The Book of Negroes (CBC, BET): Diese sechsteilige Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Lawrence Hill. Erzählt wird die Geschichte von Aminata Diallo (Aunjanue Ellis), die 1750 mit elf Jahren aus ihrem Heimatdorf in Westafrika entführt wird und auf einer Sklavenplantage in South Carolina landet.
Die Miniserie bekam größtenteils positive Resonanz und wurde bei den Critics’ Choice Television Awards für „Best Limited Series“ und „Best Actress in a Movie/Miniseries“ (für Aunjanue Ellis) nominiert.

Empire (FOX): Diese Serie startete bereits im Januar 2015 und dreht sich um das Hip-Hop-Musik und Unterhaltungsunternehmen Empire Entertainment und deren (Gründungs-) Mitgliedern, die um die Kontrolle des Unternehmens kämpfen. In den Hauptrollen findet man u.a. Terrence Howard und Taraji P. Henson.
Eine zweite Staffel wurde bestellt und läuft bereits seit September auf FOX. Beeindruckend ist hier vor allem der Cast an Gast- und wiederkehrenden Darstellern, wo sich viele bekannte und prominente Namen wiederfinden. Kritiken fielen sehr positiv aus und ich weiß selber nicht, weshalb ich da bislang noch nicht reingesehen habe.

Point of Honor (Amazon): Dieses Historiendrama von Carlton Cuse (Lost) und Randall Wallace (Braveheart), der auch Regie beim Piloten führte, gehört zu einen von mehreren Piloten, die die Amazon Studios 2015 zur User-Bewertung zur Verfügung stellten. Spielt zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und betrachtet eine privilegierte Großfamilie in Virginia.
Kritiken fielen sehr durchwachsen bis schlecht aus und der Pilot wurde u.a. als ein schlechter Abklatsch von „Fackeln im Sturm“ beschrieben. Ich meine auch, ich hätte den Piloten sogar gesehen. Aber die Erinnerungen daran müssen wohl bereits verdrängt worden sein, weshalb ich die (potentielle) Serie mal hier aufliste.

Schitt’s Creek (CBC): Diese kanadische Sitcom dreht sich um einen ehemaligen Milliardär, der feststellen muss, dass sich die Heimvideo-Zeiten geändert haben und seine Familie pleite ist. Die Rose-Familie wagt den Neuanfang im einzig verblieben Eigentum, dem Örtchen „Schitt’s Creek“ in der kanadischen Prärie, welches sie einst als Witz gekauft hatten.
Kritiken fielen gemischt aus, aber eine zweite Staffel wurde bereits bestellt und wird im Januar 2016 kommen. Gelobt werden vor allem Eugene Levy und Catherine O’Hara, die das ehemals steinreiche Ehepaar porträtieren.

Eye Candy (MTV): Diese Serie basiert auf dem gleichnamigen Buch von R. L. Stine und dreht sich um Lindy Sampson (Victoria Justice), ein Technik-Genie, welches sich in New York auf die Jagd nach einem Serienkiller begibt und gleichzeitig nach ihrer verlorenen Schwester sucht, die vor drei Jahren entführt wurde.
Kritiken waren durchwachsen und die Serie wurde nach der zehnteiligen ersten Staffel abgesetzt.

The Adventures of Puss in Boots (Netflix): Diese computeranimierte Serie aus dem Hause DreamWorks Animation greift die Geschichte des gestiefelten Katers aus dem Shrek-Franchise auf, der im Original jetzt von Eric Bauza statt von Antonio Banderas gesprochen wird.
Kritiken fielen gut aus und Netflix hat bereits am 11. Dezember 2015 eine zweite Staffel zum Bingen angeboten.

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Togetherness (HBO): Diese Comedy-Serie von Mark und Jay Duplass beschreibt den Alltag zweier Pärchen, die gemeinsam unter einem Dach leben. Ihr größtes Problem besteht jeweils darin, ihre Beziehungen zueinander aufrechtzuerhalten, ohne dabei ihre eigenen Wünsche und Träume aus den Augen zu verlieren.
Eine zweite Staffel wurde bereits bestellt und kommt im Februar 2016 auf HBO. Obendrein bekam „Togetherness“ sehr gute Kritiken und erhielt auch zwei Darsteller-Nominierungen bei den Critics’ Choice Television Awards.

Catastrophe (Channel 4): Diese britische Sitcom hat Sharon Horgan und Rob Delaney in den Hauptrollen. Die Irin Sharon (Horgan) und der Amerikaner Rob (Delaney) versuchen, ihr chaotisches Liebesleben in London zu meistern. Sie werden ein Paar, nachdem Sharon während einer Affäre mit Rob schwanger wurde.
Eine zweite Staffel wurde schon im Januar bestellt und ging im Oktober 2015 auf Sendung.

American Odyssey (NBC): Die Serie dreht sich um ein US-Army Team, welches bei einer geheimen Mission in Mali entdeckt, dass eine große US-Firma heimlich islamistische Terrorgruppen und deren Angriffe auf US-Soldaten finanziert hat.
Kritiken fielen durchwachsen aus und die Quoten waren nicht besser. Die Serie wurde nach der ersten Staffel abgesetzt.

Richie Rich (Netflix): Diese Serie basiert auf dem gleichnamigen Comic-Charakter von 1953, der schon öfter in Serie ging und 1994 einen live-action Film mit Macauley Culkin in der Hauptrolle bekam, der vielen wohl noch im Gedächtnis sein wird.
Netflix schob nach der ersten Staffel im Februar 2015 bereits im Mai eine zweite Staffel hinterher. Die Kritiker scheinen allesamt einen Bogen um die Reihe gemacht zu haben, jedenfalls ließ sich bewertungstechnisch bloß ein äußerst durchwachsenes Rating bei imdb.com (4,2 von 10) finden. Ob hier noch weitere Staffeln kommen, ist fraglich.

Battle Creek (CBS): Aus der Feder von Vince Gilligan (Fringe) und David Shore, dreht sich die Serie um einen Polizisten und einen FBI-Agenten in Battle Creek, Michigan, deren gegensätzliche Sicht auf die Welt und auf das Lösen von Kriminalfällen jede Menge Frustration, Verachtung, widerwilligen Respekt, aber auch Humor hervorbringen.
Die Serie bekam zwar sehr ordentliche Kritiken, wurde aber nach der ersten Staffel schon wieder abgesetzt.

Critical (Sky 1): Dieses britische Medizindrama dreht sich um ein fiktionales Trauma-Center in einem Krankenhaus, wo sich die besonders kritischen Patientenfälle wiederfinden und mit modernsten Methoden behandelt werden. Dabei beschäftigt sich jede Folge mit einem neuen Patienten und die Rettungsversuche werden in Echtzeit abgehandelt. Ob der Patient überlebt, hängt von den Entscheidungen und Behandlungen der Ärzte sowie dem Zusammenhalt des Teams ab.
Die Kritiken vielen äußerst positiv aus, aber die eher mageren Zuschauerzahlen führten dazu, dass bereits nach der ersten Staffel der Stecker gezogen wurde.

Banished (BBC Two): Die Serie beschäftigt sich mit der ersten Strafkolonie, die von den Briten in New South Wales im Jahr 1788 gegründet wurde und in der die britischen Sträflinge neben ihren Royal Navy Wachen und deren Offizieren leben. Tausend Gefangene werden von hundert Männern bewacht und auf fünf Männer kommt gerade mal eine Frau in der Kolonie.
Die Serie wurde von den Kritikern recht kontrovers diskutiert, da sich keine australischen Ureinwohner unter den Charakteren wiederfinden und deren Sicht auf die britische (Straf-) Kolonisierung somit ausgespart wurde. Ob es eine zweite Staffel geben wird, steht noch nicht fest.

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100 Code (SBS): Die Serie basiert auf dem Roman „Merrick“ des irischen Autors Ken Bruen von 2014 und spielt in Schweden. Dort tauchen in der Nähe von Gewässern und Blumenfeldern im Verlauf von zwölf Monaten immer wieder die Leichen junger Frauen auf. Der New Yorker Detective Tommy Conley (Dominic Monaghan) erhält eine besondere Genehmigung, um der schwedischen Polizei in dieser Angelegenheit zu helfen. Dort wird ihm Mikael Eklund (Michael Nyqvist) zur Seite gestellt, ein erfahrener Polizist des örtlichen Morddezernats, der sich stets an die Regeln hält, nationalistisch eingestellt ist und eine Abneigung gegen die US-amerikanische Eigenart hat, Sachen an sich zu reißen und später wieder zu verschwinden. Die beiden hassen einander und müssen ihre Differenzen beiseite schieben, während sie nach dem Täter suchen.
Diese schwedisch-deutsche Koproduktion bekam recht ordentliche Kritiken und dürfte vor allem beim krimiverliebten deutschen Publikum auf Interesse stoßen. Zu einer zweiten Staffel ist noch nichts bekannt.

Poldark (BBC One): Diese achtteilige britische Serie basiert auf den ersten beiden Poldark-Romanen von Winston Graham und spielt im späten 18. Jahrhundert. Nach drei Jahren in der Armee kehrt Ross Poldark (Aidan Turner) nach Cornwall zurück. Dort erfährt er, dass sich seit seiner Abreise einiges verändert hat. Sein Vater ist verstorben und hinterließ einen großen Berg an Schulden und seine große Liebe Elizabeth ist inzwischen mit seinem Cousin verlobt. Trotz all dieser Umstände möchte Ross Poldark in Cornwall bleiben und sein Land wieder auf Vordermann bringen.
Die Serie konnte sich über gute Kritiken freuen und eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

Tatau (BBC Three): In dieser britischen Serie machen sich die Londoner Kyle Connor (Joe Layton) und Pete Griffiths (Theo Barklem-Biggs) auf den Weg zu den Cook Inseln, wo Kyle die Leiche eines Mädchens findet, die nach Alarmierung der örtlichen Polizei plötzlich verschwunden ist. Wie sich herausstellt, kann Kyle in die Zukunft sehen und hat etwas gesehen, was noch nicht geschehen ist. Gemeinsam mit Pete macht er sich daran, Verbrechen zu verhindern, ehe sie passieren.
Die Kritiken waren durchschnittlich bis schlecht, teilweise sogar sehr negativ (ein „must-miss“). Zu einer zweiten Staffel ist noch nichts bekannt.

Sex & Drugs & Rock & Roll (FX): Von und mit Denis Leary, handelt die Serie von Johnny Rock (Leary), dem talentierten Bandleader der New-Yorker Band „The Heathens“, die in den 90ern große Erfolge feierte. Sein bester Freund wurde zeitweise als der nächste beste Gitarrist der Welt gehandelt und die beiden mit Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones oder Steven Tyler und Joe Perry von Aerosmith verglichen. Alles was ihnen fehlt, ist das Geld und der Ruhm. Außerdem fällt es den beiden schwer mehr als fünf Minuten im selben Raum zu verbringen, ohne einander umbringen zu wollen. Dafür liebten die Kritiker sie und ihre Konzerte waren ausverkauft. Johnny allerdings hatte ein Alkohol-, Kokain- und Marihuanaproblem. Zudem hat er mit Flashs Frau geschlafen. 25 Jahre später versucht Johnny, die Band wieder zusammenzutrommeln. Allerdings hat Flash mit der Vergangenheit abgeschlossen und nun einigen Erfolg als Studiomusiker und Gastgitarrist für Lady Gaga.
Die Reihe kam recht gemischt bei den Kritikern an. Nichtsdestotrotz wurde eine zweite Staffel bestellt, die 2016 ausgestrahlt werden soll.

Complications (USA Network): Jason O’Mara spielt in dieser Serie den in einer Lebenskrise steckenden Arzt John Ellison. Seine Arbeit in der Notaufnahme sowie der Verlust einer Tochter haben ihm sämtlichen Optimismus genommen. Als er in ein Drive-by-Shooting gerät, gelingt es ihm nicht nur, das Opfer – einen Jungen – zu retten, sondern auch einen der Täter zu töten. Als Ellison danach feststellt, dass der gerettete Junge weiterhin auf jemandes Abschussliste steht, kann der Arzt nicht anders, als alles zu tun, um ihm zu helfen. Das verändert auch seinen Blick auf das eigene Leben und seine Berufung als Mediziner.
Die Kritiken fielen hier durchwachsen aus und die Serie wurde nach der ersten Staffel abgesetzt.

The Astronaut Wives Club (ABC): Die Serie spielt in den 1960er Jahren und erzählt die Geschichte der Ehefrauen der legendären „Mercury Seven“. Diese haben an der Seite amerikanischer Astronauten gelebt, die durch den Wettlauf in der Raumfahrt zwischen den Amerikanern und den Russen plötzlich im Blickpunkt des Medieninteresses standen.
Die Kritiker meinten, es wäre Durchschnitt und für ABC waren die Quoten wohl nicht gut genug. Jedenfalls wurde die Reihe nach der ersten Staffel abgesetzt.

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Show Me a Hero (HBO): Diese Miniserie von David Simon (The Wire) basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Lisa Belkin, welches 1999 erschien. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, die sich in den 1980er-Jahren zugetragen haben. Im Mittelpunkt steht Nick Wasicsko (Oscar Isaac), der Bürgermeister von Yonkers, einer mittelgroßen Stadt im Bundesstaat New York. Als jüngster Bürgermeister des Landes sieht er sich in eine rassistische Kontroverse verwickelt, nachdem in seiner Stadt eine kleine Anzahl von Sozialwohnungen innerhalb einer „weißen“ Wohngegend gebaut werden sollen.
Die Kritiker waren hellauf begeistert und das Ding steht ziemlich weit oben auf meiner To Do Liste.

Public Morals (TNT): In dieser Serie spielt Ed Burns den Polizisten Terry Muldoon, der im Jahr 1967 bei der Sittenpolizei von New York City arbeitet. Dort wandeln die Polizisten auf einem schmalen Grat zwischen moralischem und kriminellem Verhalten, weil dort erlaubte und verbotene Vergnügungen aufeinandertreffen. Muldoon ist bemüht, nicht den Versuchungen zu erliegen und seinen Söhnen ein gutes Vorbild zu sein.
Die Serie konnte zwar recht ordentliche Kritiken einheimsen, aber nach der ersten Staffel war schon wieder Schluss.

Flesh and Bone (Starz): In dieser Miniserie geht es um die junge Ballerina Claire (Sarah Hay), die eine schwierige Vergangenheit hatte und nun Teil der prestigeträchtigen „American Ballet Company“ in New York wird. Dort wird Claire zur Muse des künstlerischen Direktors der Kompanie, Paul Grayson (Ben Daniels), was ihr zwar viele neue berufliche Möglichkeiten verschafft – aber auch zahlreiche neue Feinde. Die glamouröse Welt des Balletts wird hier von einer düsteren Seite gezeigt.
Die Kritiken fielen gemischt bis positiv aus und die Ausstrahlung der Reihe ließ länger auf sich warten (ging erst letzten November auf Sendung). Zwei Nominierungen für die Golden Globes als „Best Limited Series or Motion Picture Made for Television“ sowie für Sarah Hay als „Best Actress in a Limited Series or Motion Picture Made for Television“ waren aber auf jeden Fall drin.

London Spy (BBC Two): Diese britische Spionage-Miniserie stellt Ben Whishaw als Danny ins Zentrum. Die Serie beginnt mit der Geschichte zweier junger Männer. Danny ist gesellig, hedonistisch und romantisch. Er verliebt sich in Alex (Edward Holcroft), der als asozial, rätselhaft und brilliant beschrieben wird und plötzlich verschwindet als die beiden entdeckt haben, wie perfekt sie füreinander sind. Als Danny Alex’ Leiche findet, entdeckt er erst, wie unterschiedlich sie doch waren und begibt sich auf der Suche nach der Wahrheit in die Machenschaften der Geheimdienste, denn Alex hat scheinbar für den Secret Service gearbeitet.
Die Miniserie bekam gute bis sehr gute Kritiken, besonders Whishaw wurde gelobt.

The Romeo Section (CBC): Diese kanadische Spionage-Reihe spielt in Vancouver und handelt von Professor Wolfgang McGee (Andrew Airlie), einem ehemaligen Agenten, der versucht, hochkarätige Mitarbeiter für den Spionagering „Romeo Section“ zu rekrutieren. Diese Mitarbeiter – als Romeo oder Julia Spione bezeichnet – haben intime Beziehungen mit ihren Zielpersonen.
Die erste Staffel wurde erst kürzlich ausgestrahlt. Komischerweise konnte ich hier auch nicht viel von den Kritikern finden. Einzelne Artikel zur Serie variieren von begeistert bis Durchschnittskost.

River (BBC One, Netflix): In dieser britischen Serie steht der brillante Polizist John River (Stellan Skarsgård) im Mittelpunkt, dessen Genie jedoch gleichzeitig seine größte Schwäche ist. Sein Verstand gibt ihm die Möglichkeiten, die kniffligsten Fälle zu lösen, macht ihn aber gleichzeitig äußerst fragil, so dass er ständig einen mentalen Drahtseilakt zwischen professioneller Exzellenz und sich anbahnendem Wahnsinn betreibt.
Die erste Staffel wurde im Oktober in UK und im November international durch Netflix ausgestrahlt. Ob es eine zweite Staffel geben wird, steht noch nicht fest, aber von den Kritikern sind größtenteils gute bis sehr gute Stimmen zu vernehmen.

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South of Hell (WE tv): Diese Horror-Reihe mit dem Namen Eli Roth unter den Executive Producern dreht sich um Mena Suvari als Maria Abascal, eine attraktive Kopfgeldjägerin um die 30. Allerdings nimmt sie keine normalen Aufträge an, sondern hat sich auf den Exorzismus von Dämonen spezialisiert. Zusammen mit ihrem Bruder sucht sie besessene Menschen in Savannah auf, wobei sie jedoch selbst eine Dämonin namens Abigail in sich trägt. Diese ernährt sich passenderweise von dem Bösen, dass Maria aus ihren Kunden zieht.
Die Kritiken zur Serie sind wohl eher als schlecht zu bezeichnen. Ich konnte jedenfalls nix Positives dazu finden.

The Returned (A&E): Bei dieser Serie handelt es sich um das US-Remake der französischen Reihe „Les Revenants”, die international auch unter dem Titel „The Returned” vermarktet wurde. Das Leben der Einwohner einer Kleinstadt wird dabei durcheinandergeworfen, als (teilweise jahrelang) tote Personen plötzlich zurückkehren.
Diese Reihe wurde nach der ersten Staffel wieder eingestellt, während die zweite Staffel der Originalserie nun endlich 2015 ausgestrahlt wurde. Das US-Remake erhielt – genau wie die Vorlage – ausgesprochen gute Kritiken. Vorwerfen lässt sich hier allerdings, dass (zumindest was ich so gelesen habe) es sich um eine nahezu 1:1 kopierte Serie handelt, die somit für Kenner der Vorlage nur wenig Neues bietet.

Agent X (TNT): In dieser Reihe entdeckt die US-Vizepräsidentin Natalie Maccabee (Sharon Stone), dass es einen speziellen Agenten gibt – quasi eine Ein-Mann-Armee – der ihr direkt untersteht und in Krisenzeiten hilft, das Land zu beschützen. John Case (Jeff Hephner) ist dieser „Agent X“, der Fälle erledigt, an denen das CIA oder FBI sich die Zähne ausbeißen.
Wurde nach der ersten Staffel abgesetzt und bekam mittelprächtige bis schlechte Kritiken.

Childhood’s End (Syfy): Diese Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Arthur C. Clarke (deutscher Titel: „Die letzte Generation“). Das Buch kam 1953 heraus und gilt als einer der Klassiker im Bereich Science-Fiction. Thematisch geht es um eine „friedliche Invasion“ von Außerirdischen. Durch deren Ankunft werden alle Kriege beendet, eine globale Regierung gebildet und der ganze Planet in eine Art Utopia verwandelt. Die „Overlords“ (wie die Außerirdischen genannt werden) ziehen dabei indirekt die Fäden und zeigen sich erst Jahrzehnte später – dort stellt sich dann auch heraus, was sie wirklich vorhaben.
Bekam bislang recht ordentliche Kritiken und wurde erst kurz vor Weihnachten ausgestrahlt. Steht ebenfalls weit oben auf meiner To Do Liste.

Wicked City (ABC): In der Serie geht es um zwei Detectives des LAPD im Jahr 1982 (Jeremy Sisto und Gabriel Luna), die einem Serienkiller-Pärchen (Ed Westwick und Erika Christensen) auf der Spur sind, welche den Sunset Strip terrorisieren.
Ursprünglich als Anthologie-Reihe geplant, sollten Themen wie Sex, Politik und Popkultur zu wichtigen Zeiten in der Geschichte der Stadt Los Angeles behandelt werden. Die Serie wurde allerdings noch während der Ausstrahlung der ersten Staffel aus dem Programm genommen und abgesetzt. Kritiken sahen auch nicht gerade rosig aus.

Thunderbirds Are Go (ITV): Diese computeranimierte Serie ist eine Neuauflage der 1960er Jahre Marionettenserie „Thunderbirds“, die vielleicht der eine oder andere hier mal gesehen hat. In der Serie geht es um eine international operierende Rettungsgruppe, „International Rescue“, deren Hauptquartier sich in einem Versteck auf einer Insel im Pazifik befindet.
Die 26 Episoden der ersten Staffel sind noch nicht alle ausgestrahlt worden, aber eine zweite Staffel mit 26 weiteren Folgen wurde bereits für 2016/2017 bestellt. Sowohl Fans als auch Kritiker reagierten soweit positiv auf die Neuauflage, obwohl es einige Modernisierungen gibt (Mischung aus CGI und Modellen) und offensichtlich eine neue Generation angesprochen werden soll. Negative Stimmen halten sich jedenfalls soweit in Grenzen (sind allerdings auch vorhanden).

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Master of None (Netflix): Diese Comedy-Serie stellt den dreißigjährigen New Yorker Schauspieler Dev (Aziz Ansari) in den Vordergrund und zeigt sein ganz alltägliches Privat-und Berufsleben, wobei beides nicht genau nach Plan läuft. Wenn es etwas gäbe, was man „Plan“ nennen darf. Zwar entwickelt sich Devs Geschichte innerhalb der ersten Staffel weiter, doch jede Episode spielt sich wie ein eigenständiger Kurzfilm ab und beleuchtet verschiedene Themen auf tiefgründige Weise.
Von den Kritikern und Zuschauern gefeiert, hat Netflix hier offensichtlich wieder sehr viel richtig gemacht. Es gab auch Nominierungen bei den Critics’ Choice Awards und den Golden Globes. Zu einer zweiten Staffel ist allerdings noch nichts bekannt.

Deutschland 83 (RTL, SundanceTV): Diese deutsche Serie spielt 1983 und dreht sich um einen 24jährigen Ostdeutschen, der im Auftrag der Stasi als Spion nach Westdeutschland geschickt wird.
Die Kritiker haben die Serie größtenteils gelobt und in den USA wurde die Reihe im Original mit englischen Untertiteln ausgestrahlt (was eine echte Seltenheit ist) – vor Deutschlandstart. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass deutsche Formate in Zukunft auf dem internationalen Markt mitspielen können?

Ballers (HBO): Die halbstündige Comedy beschreibt das Leben mehrerer ehemaliger und aktiver professioneller Footballspieler, ihren Agenten und Trainern. Die Serie spielt im sonnigen Florida, der Heimat von Spencer Strassmore (Dwayne Johnson), der sein Trikot gegen feine Anzüge tauscht und nun Football-Agent wird. Dabei muss er einige neue Klienten anheuern, was gar nicht so einfach ist.
Die Serie kam bei den Kritikern gut an und HBO hat eine zweite Staffel bestellt.

The Brink (HBO): Eine weitere halbstündige Comedy, diesmal mit politischem Fokus auf eine Krise in Pakistan. Im Cast finden sich u.a. Tim Robbins und Jack Black.
Kritiken waren hier eher durchwachsen und HBO hatte zwar eine zweite Staffel in Auftrag gegeben, später aber doch noch den Stecker gezogen.

Making a Murderer (Netflix): Diese Doku-Reihe beschäftigt sich mit der Geschichte von Steven Avery, der wegen sexueller Übergriffe und versuchten Mordes in Haft genommen und später rehabilitiert wurde – nur, um wegen eines weiteren Verbrechens angeklagt zu werden. Die Serie wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren gefilmt.
Die positiven Kritiken zur Reihe überschlagen sich geradezu und die Serie tauchte erst vor Kurzem auf meinem Radar auf.

Weitere Serien, die an dieser Stelle zumindest kurz erwähnt werden sollten, sind außerdem das „Chicago Fire“ – Spin-off „Chicago Med“ (NBC), das Medizindrama „Code Black“ (CBS), die Musical-Comedy „Crazy Ex-Girlfriend“ (The CW), das „CSI“ – Spin-off „CSI: Cyber“ (CBS), die Comedy „Dr. Ken“ (ABC) mit Ken Jeong, die animierte Sitcom „F Is for Family“ (Netflix), die Comedy „Fresh off the Boat“ (ABC), die Dramedy „Grace and Frankie“ (Netflix), die Comedies „The Grinder“ (FOX) und „Grandfathered“ (FOX), die düstere Satire „Happyish“ (Showtime), die Situation-Comedy „Kevin from Work“ (ABC Family), die limitierte Serie „The Lizzie Borden Chronicles“ (Lifetime), die Sitcom „Man Seeking Woman“ (FXX), das 2015er Remake von „The Odd Couple“ (CBS), die bereits abgesetzte Sitcom „One Big Happy“ (NBC), die Comedy „Odd Mom Out“ (Bravo), das Crime-Procedural „Rosewood“ (FOX), das Drama „The Royals“ (E!), die Anthology-Reihe „Secrets and Lies“ (ABC), die Miniserie „The Slap“ (NBC), die Netflix-Serie „Wet Hot American Summer: First Day of Camp“, die BBC-Dramen „Doctor Foster“ und „Hunted“, die Miniserie „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ (BBC One), die französisch-britische Koproduktion und schwarzhumorige Comedy „Spotless“ (Canal+), die mexikanische Comedy „Club de Cuervos“ (Netflix) sowie die düstere Dramedy „UnREAL“ (Lifetime).
An dieser Stelle einmal kurz Sorry für die lieblose Auflistung dieser Serien, aber der Artikel ist auch so schon lang genug.

Soweit zu den Serien, die ich nicht gesehen habe. Weiter geht es mit den Serien, dessen Piloten oder erste paar Folgen ich zwar gesichtet habe, aber wo die Zeit und/oder das Interesse für mehr fehlte:

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Galavant (ABC): Diese mittelalterliche bis märchenhafte Musical-Comedy wurde Anfang 2015 ausgestrahlt und handelt vom titelgebenden Helden Galavant (Joshua Sasse), der es mit dem bösen King Richard (Timothy Omundson) aufnimmt, welcher Galavants große Liebe Madalena (Mallory Jansen) gestohlen hat.
Ich fand die Serie zwar relativ witzig, aber so ganz wurde mein Humor dann doch nicht getroffen. Beim Großteil der Kritiker kam die Reihe aber sehr gut an und eine zweite Staffel wurde bestellt und wird im Januar 2016 ausgestrahlt.

Wolf Hall (BBC Two): Diese Miniserie ist eine sechsteilige Adaption von Hilary Mantels Büchern „Wolf Hall“ und „Bring Up the Bodies“. Die Geschichte spielt im England der 1520er Jahre, wo das Land sich vor einer Katastrophe befindet. Denn Henry VIII. (Damian Lewis) hat keinen männlichen Erben und so steht das Land kurz vor dem Bürgerkrieg.
So sehr ich historische Dramen, politische Intrigen und dergleichen auch mag, bei Wolf Hall musste ich mich anstrengen, beim Piloten nicht einzuschlafen. Das Tempo ist jedenfalls sehr bedächtig gewählt und wäre auch der einzige Kritikpunkt meinerseits. Der Rest, da sind sich auch so ziemlich alle Kritiker einige, ist allerdings großartig und die Serie konnte sehr viele Nominierungen bei verschiedenen Preisverleihungen einheimsen. Aber ob ich mir da noch die restlichen fünf Folgen geben werde, wage ich zu bezweifeln.

The Last Kingdom (BBC America, BBC Two): Basiert auf Bernard Cornwells „The Saxon Stories” und spielt im späten neunten Jahrhundert. Das spätere England ist noch in mehrere Königreiche geteilt und die Dänen machen den Angelsachsen zu schaffen. Der Protagonist Uhtred (Alexander Dreymon) ist der Waisensohn eines sächsischen Edelmanns und wächst bei den Dänen auf. Er muss sich entscheiden, ob er seinen Wurzeln oder den Wikingern treu bleibt.
Die Serie hat mich nicht so recht fesseln können, was vielleicht daran liegt, dass man ständig Vergleiche mit „Game of Thrones“ oder „Vikings“ zieht und diese Serie dabei nunmal – trotz einer ziemlich hohen Qualität in vielen Belangen – schlechter abschneidet. In meinen Augen liegt das hauptsächlich an der weniger gelungenen Charakterisierung der Figuren sowie einigen abgedroschenen Klischees, die störend auffallen. Bislang habe ich zwei Folgen gesichtet, aber ob ich Zeit für die restlichen sechs finden werde, steht noch in den Sternen.

Backstrom (FOX): Diese Crime-Dramedy dreht sich um Everett Backstrom (Rainn Wilson), einen übergewichtigen, reizbaren, beleidigenden Detective der Polizei von Portland mit selbstzerstörerischen Zügen, der in seiner Arbeit allerdings sehr gut ist.
Der Pilot hat mir nicht gefallen und die Serie kam auch bei den Kritikern nur sehr gemischt weg. Zuschauerinteresse hielt sich wohl auch in Grenzen, denn die Reihe wurde nach der ersten Staffel abgesetzt.

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Hiding (ABC1): Diese australische Dramaserie dreht sich um eine vierköpfige Familie, die in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen wird und fortan in Sydney einen Neustart beginnt. Den Familienmitgliedern – Vater, Mutter, Tochter, Sohn – fällt es dabei nicht leicht, alte Bekannt- und Verwandtschaften hinter sich zu lassen und dann ist da noch die Gefahr, von den Kriminellen gefunden zu werden, vor denen sie nun geschützt sein sollten.
Fand ich eigentlich nicht schlecht, auch wenn ich nur zwei Folgen gesehen habe. Allerdings gingen mir einige der Familienmitglieder mit ihren (dummen) Aktionen recht schnell auf den Zeiger, zumal dabei vorhersehbar war, wie es weitergehen würde.

The Last Man on Earth (FOX): Phil Miller (Will Forte) ist der letzte Mann auf Erden, nachdem ein tödliches Virus den Rest der Menschheit vernichtet hat. Eigentlich fühlt er sich wohl, schließlich kann er jetzt machen, was immer er will. Doch die Einsamkeit macht ihm zu schaffen und gerade als er dabei ist, Selbstmord zu begehen, trifft er auf Carol (Kristen Schaal).
Ein paar Folgen habe ich hier gesichtet und den Anfang fand ich noch witzig. Aber mit Fortschreiten der Handlung ging mein Interesse dann doch flöten. Wer den Humor mag, wird hier aber sicher glücklich werden. Eine zweite Staffel wurde übrigens bestellt und ging bereits im September 2015 auf Sendung.

iZombie (The CW): Diese Serie basiert auf den gleichnamigen Comics und dreht sich um Liv Moore (Rose McIver), die als Zombie nach dem Verzehr von Gehirnen die Erinnerungen und Fähigkeiten der Verstorbenen annimmt und dies als Gerichtsmedizinerin nutzt, um bei der Aufklärung von Mordfällen zu helfen. Gleichzeitig muss sie Gehirne essen, um ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren.
Sah für mich nach dem Piloten nach einem weiteren, wenn auch ungewöhnlichen Crime-Procedural aus und konnte daher mein Interesse nicht wecken. Die Reihe erfreut sich aber großer Beliebtheit, sowohl beim Publikum wie auch bei den Kritikern, und wurde bereits für eine zweite Staffel verlängert, deren Ausstrahlung im Oktober 2015 begann.

Olympus (Syfy): Das mythologische Actiondrama handelt von einigen mutigen Männern und Frauen, die von den Göttern in die Unterwelt Hades verbannt wurden. Der Zuschauer folgt dabei Hero (Tom York) auf seiner Reise, die ihn von einem blauäugigen jungen Mann in einen Anführer der Menschheit verwandelt. Oder so ähnlich.
Puh, nee, der Pilot war mal eine herbe Enttäuschung in allen Belangen. Da war nichts mit bei, was auch nur ansatzweise als gelungen bezeichnet werden könnte. Wenn es wenigstens bewusst auf Trash gemacht worden wäre, aber qualitativ ist hier alles unterste Schublade.

Stitchers (ABC Family): In diesem Crime-Procedural steht Kirsten Clark (Emma Ishta) im Fokus der Handlung. Von einer Regierungsorganisation bekommt die Informatikstudentin eine spezielle Aufgabe übertragen: Ihr Bewusstsein wird in die Körper von kürzlich verstorbenen Menschen „gestitcht“ (dt. eingenäht), wodurch sie Zugriff auf deren Erinnerungen, vergangene Überschreitungen des Gesetzes und mörderische Taten bekommt. So hilft sie bei der Lösung von ungeklärten Kriminalfällen und unterstützt die Ermittlungen der Behörden.
Klang von der Idee her ganz witzig, aber die Umsetzung war dann doch alles andere als gut. Wenn sich die Reihe weniger ernst nehmen würde oder aber von der dramatischen Seite gewitzter daher käme, wäre sie bestimmt besser. Aber so war bei mir nach ein paar Folgen Schluss, denn ein weiteres durchschnittliches Crime-Procedural brauche ich bestimmt nicht.

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Humans (Channel 4, AMC): Basiert auf dem schwedischen Science-Fiction Drama „Real Humans“ und dreht sich um künstliche Intelligenz und humanoide Roboter, die den Menschen den Alltag erleichtern sollen.
Der Pilot hat mir durchaus gefallen und der Stoff gibt sicher einiges her. Irgendwie fehlte mir aber die Zeit für mehr. Bei den Kritikern kam die Reihe auch recht gut weg, obwohl manche monierten, dass es sich hier konzeptionell um einen alten Hut handelt und philosophisch betrachtet kein neuer Boden betreten wird. Eine zweite Staffel wurde bestellt und soll 2016 auf Sendung gehen.

Scream (MTV): Die TV-Serie zum Film – mit anderen Darstellern, neuen Figuren, anderer Maske und ein wenig auf modern getrimmt. In Lakewood geht ein Killer um und im Zentrum steht eine Gruppe von Teenagern, die fortan um ihr Leben bangen müssen.
Ich glaube, ich habe bis etwa zur Hälfte der ersten Staffel durchgehalten. Gefallen hat mir, dass die Reihe sich (ähnlich wie die Filmvorlage) nicht allzu ernst nimmt. Vielleicht wird ein bisschen zuviel auf die Vorlage verwiesen (auch was einige der Figuren angeht), aber das wäre an sich noch o.k. Allerdings konnte die Jagd nach dem Killer mich nicht mitreißen und nach wenigen Folgen war bei mir die Luft raus, zumal mir sämtliche Charaktere schlicht egal waren. Wem die Reihe aber gefallen hat, der darf sich über die zweite Staffel freuen, die 2016 auf Sendung gehen wird.

Casanova (Amazon): Spielt im 18. Jahrhundert, wo ein gewisser Giacomo Casanova (Diego Luna) aus dem Gefängnis in Venedig ausbricht und nach Frankreich flieht, um fortan in der Stadt der Liebe seinen Charme spielen zu lassen.
Ich fand den Piloten ganz o.k., vielleicht etwas zu ziellos in der Erzählweise und noch etwas zu unsicher, was die Darstellung der Hauptperson angeht, aber visuell sehr gelungen mit schönen Kulissen und Kostümen. Aus dem Piloten alleine kann ich aber noch nicht so recht schließen, ob ich hier länger am Ball bleiben würde. Aber erstmal abwarten, ob Amazon überhaupt eine Serienbestellung aufgibt – das steht nämlich noch nicht fest.

Minority Report (FOX): Die Serie ist rein konzeptionell eine (späte) Fortsetzung zum gleichnamigen Film von 2002 und behandelt, was aus den drei Precogs wurde, die damals im Film durch ihre Visionen Hinweise auf zukünftige Verbrechen lieferten.
Ganz so schlecht, wie die Serie größtenteils aufgenommen wurde, habe ich sie nun nicht empfunden, denn abseits von Fällen der Woche gibt es noch ein bisschen mehr in der Reihe zu sehen und die Art und Weise, wie sich die Precogs entwickelt haben, war nicht uninteressant. Außerdem war das Setting in der Zukunft recht nett umgesetzt. Aber vom Hocker gerissen hat mich die Handlung nun auch nicht, weshalb die restlichen drei Folgen der bereits abgesetzten Serie bei mir zurzeit noch auf Halde liegen. Den Film würde ich dennoch vorziehen, denn die Serie hinkt doch in vielen Belangen deutlich hinterher.

Blunt Talk (Starz): Patrick Stewart spielt Walter Blunt, einen britischen Nachrichtenmoderator, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt der amerikanischen Fernsehnachrichten zu erobern. Er nutzt seine nächtliche Talkshow, um sein Wissen darüber zu verbreiten, wie man leben soll, was man zu denken hat und wie man sich benehmen sollte, wobei er selbst nicht gerade das Vorzeigemodell eines anständigen Bürgers ist.
Bei mir reichte die Zeit leider nur für zwei Folgen, aber die waren gut und witzig. Patrick Stewart hat sichtlich Spaß an der Rolle und dieser Spaß überträgt sich auch auf den Zuschauer, der kaum erwarten kann, wie es Walter gelingen wird, ins nächste Fettnäpfchen zu treten und dort wieder herauszukommen. Starz hat 20 Episoden bestellt, die in zwei zehnteilige Staffeln aufgeteilt wurden. Die zweite Staffel wird wahrscheinlich nächstes Jahr ausgestrahlt.

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The Bastard Executioner (FX): Die Serie spielt in Wales im 14. Jahrhundert und dreht sich um Wilkin Brattle (Lee Jones), der eigentlich vom Krieg genug hat und ein ländliches Leben führt. Aber als seine schwangere Frau und das gesamte Dorf, in dem er lebt, von den Engländern niedergemacht wird, greift er erneut zum Schwert und landet schließlich als Henker am Hof eines englischen Schlosses, wo er seine echte Identität verbergen muss.
Mir fehlen noch immer die letzten drei Folgen der ersten Staffel. Die Serie selbst würde ich als mittelmäßig bezeichnen. Was ab und zu hervorsticht, ist der Gore-Faktor, denn mit grausamen Szenen wird mitunter nicht gegeizt. Aber von der dramatischen oder charakterlichen Ebene her ist das meiste doch sehr 08/15 und so recht mitreißen will die Geschichte auch nicht. Die Reihe wurde übrigens nach der ersten Staffel abgesetzt.

You, Me and the Apocalypse (Sky 1): Diese Dramedy spielt in Slough, Berkshire (einer Grafschaft westlich von London im Süden Englands) und verfolgt eine Gruppe von Leuten, die durch einen bevorstehenden Kometeneinschlag fatalen Ausmaßes zusammengeführt werden. Dazu gehören unter anderem ein britischer Bank-Manager, eine italienische Nonne, ein Terrorist mit Waschzwang und ein Angestellter des Weißen Hauses aus Washington.
Der Pilot sah ganz witzig aus, aber zu mehr hat es bei mir doch nicht gereicht. Trotz Rob Lowe, dessen Rolle als vulgärer und kettenrauchender Priester wirklich köstlich ist.

Jekyll & Hyde (ITV): Basiert lose auf der bekannten Buchvorlage von Robert Louis Stevenson. Es geht um Dr. Robert Jekyll (Tom Bateman), den Enkel von Dr. Henry Jekyll, der die gespaltene Persönlichkeit seines Großvaters vererbt bekommen hat – mitsamt dem gewalttätigen Alter Ego Hyde. Die Serie spielt in den 1930er Jahren in London und Ceylon (heutiges Sri Lanka).
Der Pilot hat mir zugesagt, auch wenn da noch einiges an Luft nach oben war und ich es immer etwas nervig finde, wenn die eigentliche Geschichte auf Nachfahren abgewälzt wird. Glücklicherweise spielt die Serie aber nicht in der Gegenwart, sondern in einer anderen, zeitlich interessanten Epoche. Werde mir da auf jeden Fall noch mehr von anschauen, denn qualitativ sieht alles recht gut aus.

The Expanse (Syfy): Basiert auf einer Buchreihe von James S. A. Corey (Pseudonym für Daniel Abraham und Ty Franck) und ist ein futuristischer Thriller, der 200 Jahre in der Zukunft spielt. Die Menschheit hat das Sonnensystem kolonisiert und wir folgen dem Polizisten Miller (Thomas Jane) und dem Offizier Jim Holden (Steven Strait) und dessen Crew dabei, wie sie eine Verschwörung aufdecken, die den Frieden des Systems und das Überleben der Menschheit bedroht.
Habe bisher nur den ersten Teil gesehen und die Geschichte macht schon einen sehr epischen Eindruck – alleine die Größe, die Handlungsorte, die Figurenfülle, etc. sind schon beeindruckend und alles sieht recht teuer aus. Ich werde aber wohl noch etwas Zeit brauchen, bis mir sämtliche Charaktere gut genug vorgestellt wurden – ist halt immer der Nachteil, wenn eine so große Welt vorgestellt wird. Dann bleibt im Auftakt oft nicht die Zeit, wirklich alle Figuren näher kennenzulernen. Ich freue mich jedenfalls schon auf die weiteren Teile. Kann gut sein, dass Syfy hier endlich wieder eine äußerst gelungene Science-Fiction Reihe auf die Beine gestellt hat.

The Muppets (ABC): Die Muppets sind zurück im TV. Die Serie spielt hinter den Kulissen einer Late Night Talkshow, wobei alle wichtigen Muppets mit dabei wären und wird im Dokumentarstil präsentiert. Neben der Arbeit der Muppets gibt es auch das Privatleben und die Beziehungen der bunten Puppencrew zu sehen – inklusive Romanzen, Trennungen, Erfolgen, Misserfolgen und Träumen. Die Serie soll Erwachsene und Kinder gleichermaßen ansprechen.
Die Auftaktfolge hat mir gut gefallen, zu mehr fehlte aber leider die Zeit. Der Mockumentary-Stil ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig und wird vielleicht ein paar Leute abschrecken, aber die Figuren sind nach all den Jahren noch immer die gleichen, knuffigen Charaktere mit den gewohnten Eigenarten.

Sneaky Pete (Amazon): Nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde, nimmt Marius (Giovanni Ribisi) die Identität seines Zellenkollegen Pete an. Er zieht bei Petes Familie ein, von der sich jener lange Zeit entfremdet hatte und gerät so auch in das Familiengeschäft um Kautionen hinein. Im gleichen Zuge bekommt er die Vorzüge des Familienlebens gezeigt, welches er nie hatte.
Der Pilot sieht nach einer spaßigen Serie für Zwischendurch aus. Ribisi mimt hier ein sympathisches Kerlchen und obwohl einiges vorhersehbar wirkt, wird man doch gut unterhalten und möchte wissen, wie es mit „Sneaky Pete“ weitergeht. Sollte Amazon eine erste Staffel bestellen, wäre ich wohl dabei.

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Hoff the Record (Dave): In dieser Comedy im Mockumentary-Stil darf David Hasselhoff sich selbst aufs Korn nehmen. Er spielt eine fiktive Version seiner selbst, die in Großbritannien groß rauskommen möchte, aber den Karriere-Zenit schon lange überschritten hat.
Nur den Auftakt gesehen, aber ich hatte durchaus meinen Spaß. The Hoff wird hier ganz schön durch den Kakao gezogen, wenn er beispielsweise bei einem Casting für seine Biographie sich selbst spielen möchte, aber ein anderer Darsteller vorgezogen wird. Hätte ich mehr Zeit, hätte ich sicher noch weitere Folgen gesehen.

The Man in the High Castle (Amazon): In dieser alternativen Weltgeschichte haben die Achsenmächte den zweiten Weltkrieg gewonnen und die Vereinigten Staaten unter sich aufgeteilt. Das Deutsche Reich hat die Ostküste und weite Teile des Südens besetzt, die Japaner die Westküste, während zwischen diesen Besatzungszonen ein neutrales Territorium existiert. Die Serie konzentriert sich auf die zentralen Figuren Juliana Crain (Alexa Davalos), Frank Frink (Rupert Evans), Joe Blake (Luke Kleintrank), John Smith (Rufus Sewell) und Nobusuke Tagomi (Cary-Hiroyuki Tagawa). Basiert auf der gleichnamigen Geschichte von Philip K. Dick.
Der Pilot hat mir sehr gut gefallen, besitzt eine dichte Atmosphäre, gute Darsteller und die Geschichte weiß von Anfang an zu fesseln. Lediglich, dass alle Figuren englisch sprechen, mutet etwas merkwürdig an. Die erste Staffel wurde im November von Amazon zur Verfügung gestellt, eine zweite Staffel ist bereits bestellt.

Damit wäre ich auch mit den Serien durch, bei denen ich nur kurz reingesehen und dann abgebrochen oder aber noch nicht alles gesehen habe. Die nächste Kategorie behandelt die Reihen, die vollständig gesichtet wurden, aber in meinen Augen eher schlecht bis mittelmäßig einzuordnen sind:

Sons of Liberty (History Channel): Diese dreiteilige Miniserie handelt vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beziehungsweise dessen Entstehung. Im Fokus stehen dabei historische Figuren wie Samuel Adams, John Adams, Benjamin Franklin, John Hancock, Paul Revere, George Washington und Thomas Gage.
Den ersten Teil fand ich noch relativ gut, wenn auch nicht überwältigend. Aber insgesamt ist diese Reihe dann doch unteres Mittelmaß und bleibt zu oft unter ihren Möglichkeiten. Einige Figuren wurden in meinen Augen sehr merkwürdig dargestellt und der übergroße Fokus auf Gage als Bösewicht schien mir schlicht falsch. Einige historische Ungereimtheiten stoßen außerdem sauer auf und schieben das Ganze eher in den Bereich Fiktion. Schade, da hätte ich vom History Channel mehr erwartet.

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Dig (USA Network): Das Verschwörungsdrama spielt in Jerusalem, wo der FBI Agent Peter Connelly (Jason Isaacs) stationiert ist. Der untersucht den Mord an einer Archäologin und stößt dabei auf eine 2000 Jahre alte Verschwörung, die den Lauf der Geschichte in neuem Licht erscheinen lassen könnte. Eine abgeschlossene Miniserie in zehn Teilen.
Den Auftakt fand ich noch sehr gut und ab und zu machte die Reihe ihre Sache auch recht ordentlich. Aber am Ende bleibt es eine sehr zähe Serie, die stellenweise sogar langweilig wird und sich künstlich aufgepumpt anfühlt – was mit Blick auf den ursprünglichen Plan, diese Geschichte in sechs Teilen zu erzählen, vielleicht nicht anders zu erwarten war. Würde man alles ordentlich straffen, hätte „Dig“ jedenfalls bessere Chancen zu funktionieren. So aber bleibt es ein langatmiges Unterfangen. Nicht gänzlich uninteressant und mit einer netten Idee, aber doch viel zu lang für meinen Geschmack.

The Messengers (The CW): Die Serie handelt von einer (zunächst) fünfköpfigen Gruppe Fremder ohne Verbindung zueinander, die von einem Energiepuls erwischt werden, nachdem ein mysteriöser Meteor auf die Erde gestürzt ist. Die vermeintlich Toten erwachen kurz darauf wieder und stellen fest, dass sie mit außerordentlichen Kräften ausgestattet sind, die sie selbst kaum begreifen. Große Rätsel gibt außerdem eine Figur auf, die nur als „The Man“ bekannt ist, denn er bringt Tod und Verderben dorthin, wo er erscheint. Die Apokalypse scheint in Gang gebracht worden zu sein und das Quintett könnten entweder die Engel des Weltuntergangs oder aber die einzige Hoffnung sein, das Ende der Welt zu verhindern.
Nach dem Auftakt habe ich eigentlich nur aus einer Art Gewohnheit weitergesehen, denn die Serie wurde immer abstruser und die Figuren konnten mich nicht packen. Der Teufel war da noch am sympathischsten. Als gewisse Highlights könnte man noch den Einsatz der speziellen Kräfte aufzeigen oder aber auf die eine oder andere Wendung in der Geschichte verweisen. Im Großen und Ganzen hätte ich mir die Reihe aber genauso gut sparen können. Wurde übrigens nach der ersten Staffel abgesetzt.

Texas Rising (History Channel): In dieser Miniserie geht es um den texanischen Unabhängigkeitskrieg zwischen Mexiko und Texas. Dazu wurden jede Menge bekannte Darsteller (u.a. Bill Paxton, Brandon Fraser, Ray Liotta, Jeffrey Dean Morgan und Thomas Jane) verpflichtet. Im Regiestuhl saß Roland Joffé (The Killing Fields, The Mission).
Es ist schon traurig, was der History Channel hier aus einer potenziell guten und interessanten Miniserie gemacht hat. Öde und vergessenswert, voll von stereotypen, teils arg unglaubwürdigen Figuren (gilt vor allem für die Mexikaner) und mit jeder Menge Erzählsträngen, die einfach nur wild zusammengewürfelt erscheinen. Schade auch, dass man aus dem großartigen Cast so wenig herausgeholt hat. Am besten haben mir noch Jeffrey Dean Morgan und Ray Liotta gefallen. Man kann es zwar als mutig bezeichnen, dass die Geschichte nach der Schlacht von Alamo einsetzt, aber das Resultat ist leider alles andere als gelungen.

Aquarius (NBC): Die Serie spielt in Los Angeles im Jahr 1967. Detective Sam Hodiak (David Duchovny) untersucht den Fall einer vermissten Teenagerin und trifft dabei auf Charles Manson (Gethin Anthony) und dessen „Familie“.
Duchovny und Anthony machen ihre Sache gut, aber insgesamt wird alles sehr zäh erzählt und qualitativ befindet sich „Aquarius“ auf keinem guten Niveau. Die letzte Folge bringt zwar einige Cliffhanger mit sich und zieht das Tempo wieder an, aber bis dahin muss man erstmal durchhalten. Kritikpunkt wäre außerdem, dass der 60er Jahre Look mir nicht gelungen erschien – was mich zeitweise rausgerissen hat und nicht in die Atmosphäre eintauchen ließ. NBC hat übrigens eine zweite Staffel bestellt, die die Geschichte um Charles Manson und dessen „Familie“ fortsetzen wird (in Staffel eins wurden nur die Anfänge erzählt).

Killjoys (Space, Syfy): Die Serie dreht sich um ein Trio von Kopfgeldjägern, die auf interplanetare Missionen im Quadranten gehen, um tödliche Kriminelle zu jagen und dingfest zu machen. Dabei haben sie geschworen, neutral in Bezug auf einen blutigen, interplanetaren Klassenkrieg zu bleiben.
Seichte Science-Fiction Unterhaltung für Zwischendurch, deren Konzept sicher wenig Neues bringt und mehr auf Archetypen setzt. Funktioniert für manche Zuschauer bestimmt gut genug und es wurde auch eine zweite Staffel bestellt. Aber ich hätte da schon ein bisschen mehr erwartet, auch wenn der Action-Faktor angenehm hoch war. Klar, nicht jede neue Serie muss ein neues „True Detective“ oder – besser im Vergleich – „Battlestar Galactica“ sein. Manche Sachen funktionieren auch ohne großes Drama. Aber für eine Reihe, die Spaß machen soll, hätte da trotzdem mehr Drama kommen können. Die bestellte zweite Staffel werde ich wohl auslassen.

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Tut (Spike): Diese dreiteilige Miniserie dreht sich um das Leben des ägyptischen Pharaos Tutanchamun und hat neben dem Darsteller der Hauptfigur (Avan Jogia) Schauspieler wie Ben Kingsley, Alexander Siddig und Nonso Anozie an Bord.
An sich fand ich die kleine Reihe o.k., was an Dingen wie netten Sets, Figuren, die zum Mitfiebern oder hassen einladen sowie teils überraschend blutigen Einlagen und einem recht spannenden letzten Teil lag (auch wenn das Ende fies und vorhersehbar war). Negativ fällt dafür auf, dass es stellenweise sehr soapig wurde, manche Charakterwendungen einfach dämlich waren, darstellerisch höchstens Mittelmaß erreicht wurde und geschichtlich gesehen wahrscheinlich alles Blödsinn war. Zuweilen hat man außerdem das Gefühl, sich einen Werbespot für Shampoo oder Zahnpasta anzuschauen, was nun wirklich nicht hätte sein müssen.

Zoo (CBS): In dieser Serie versucht der junge Biologe Jackson Oz (James Wolk), die Bevölkerung vor zunehmenden Attacken von Tieren gegen Menschen zu warnen, die scheinbar global verteilt überall auftreten. Zusammen mit ein paar anderen macht er sich daran, den Ursachen für das aggressive Tierverhalten auf den Grund zu gehen und eine Lösung zu finden. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von James Patterson.
Tiere vs. Menschheit in Serie? Warum eigentlich nicht? Aber was hier auf die Beine gestellt wurde, ist mit dämlich noch wohlwollend umschrieben. Es ist beinahe wie bei einem tödlichen Autounfall – zu schrecklich, um wegzuschauen. Was mich hier bei der Stange gehalten hat, war die Tatsache, dass man sich bei wirklich jeder Episode über fast alles lustig machen konnte. Insofern wurde ich wohl tatsächlich „gut unterhalten“. Die bestellte zweite Staffel werde ich aber auslassen.

Soweit zu den schlechten bis mittelmäßigen Serien. Die besseren Formate, die es dann aber doch nicht in meine persönliche Topliste der Neustarts von 2015 geschafft haben, kommen jetzt:

Heroes Reborn (NBC): Die Heroes melden sich nach fünf Jahren Abwesenheit mit einer neuen Geschichte zurück. Alte und neue Figuren erwarten den Zuschauer inmitten von zahlreichen Handlungssträngen, die im Serienverlauf zusammenfinden. Erwähnenswert ist da auch die sechsteilige Webserie „Heroes Reborn Dark Matters“, die im Vorfeld lief und zwei der neuen Figuren einführt.
Nach den bisher ausgestrahlten zehn von 13 Episoden kann ich sagen, dass mir die Miniserie gut gefällt, auch wenn nicht jeder Handlungsstrang gelungen erscheint. An die tolle erste Staffel der alten Serie mag man zwar nicht herankommen, aber die Miniserie ist deutlich besser als das, womit sich die Heroes einst von den Bildschirmen verabschiedeten.

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Marvel’s Agent Carter (ABC): Diese achtteilige erste Staffel wurde im Januar 2015 ausgestrahlt und spielt im Jahr 1946, wo wir erneut auf Peggy Carter (Hayley Atwell) treffen, die nun einen Bürojob hat, aber lieber wieder im Einsatz wäre. Howard Stark (Dominic Cooper) wird verdächtigt, tödliche Waffen verkauft zu haben und ist untergetaucht. Zusammen mit Starks Butler Jarvis (James D’Arcy) macht sich Peggy heimlich daran, die Missetäter zu finden, die Waffen zu vernichten und Starks Namen reinzuwaschen.
Im Großen und Ganzen eine schöne erste Staffel, auch wenn es ein paar Folgen dauert, bis die Reihe ihre Karten richtig ausspielt und das Finale am Ende eher so lala war. Atwell bleibt als Peggy Carter jedenfalls eine sympathische Figur, es gibt auch diverse Gastauftritte bekannter Filmfiguren und die Geschichte um Dottie (Bridget Regan) konnte sich sehen lassen. Zweite Staffel wurde bestellt und kommt Anfang 2016.

12 Monkeys (Syfy): Das TV-Remake zum gleichnamigen Film von Terry Gilliam aus dem Jahr 1995. James Cole (Aaron Stanford) reist aus der Zukunft in die Gegenwart, um ein tödliches Virus zu stoppen, welches in seiner Zeitlinie über 93% der Weltbevölkerung auslöschte.
Mit dem Film kann die Serie natürlich nicht mithalten, dazu fehlt es qualitativ einfach an allen Ecken. Dennoch ist die Reihe für Fans von Zeitreisen sicher einen Blick wert, denn es gibt eine Menge davon und das meiste ist wirklich gut gemacht.

Powers (PlayStation Network): Die Serie spielt in einer Welt, in der normale Menschen und Superhelden (die sog. „Powers“) koexistieren und dreht sich um Christian Walker (Sharlto Copley), dem seine Superkräfte genommen wurden und der in einer Spezialeinheit arbeitet, die Kriminalfälle löst, welche eben diese Powers involvieren. Basiert auf der gleichnamigen Comicreihe.
Obwohl hier eine ziemlich große Welt aufgebaut wird, konnten mich die meisten Figuren nicht so recht überzeugen. Die Serie braucht eine Weile, bis sie interessant wird, was vor allem daran liegt, dass die Interaktionen der Charaktere miteinander zeitweise ermüdend (weil wiederholend) wirken. Man wird allerdings fürs Durchhalten belohnt und je weiter die Reihe fortschreitet, umso besser wird es. Überraschend ist dabei vor allem die Brutalität, die es des Öfteren zu sehen gibt. Interessanteste Figur war für mich übrigens Eddie Izzards „Big Bad“ Wolfe, der einen vorzüglichen Bösewicht abgibt. Zweite Staffel wurde bestellt.

Allegiance (NBC): Die Serie ist eine Adaption der israelischen Reihe „The Gordin Cell“ und dreht sich um Alex O’Connor (Gavin Stenhouse), einen jungen CIA-Analysten. Was Alex nicht weiß: Seine Familie (Vater, Mutter, Schwester) ist Teil einer russischen Schläferzelle, die reaktiviert wird, nachdem Alex seinen neuen Job hat. Sie sollen ihn beobachten und verhindern, dass er mit seinen Ermittlungen Erfolg hat.
Erinnert ein wenig an „The Americans“, auch wenn die Serie qualitativ nicht daran heran kommt. Dafür ist das Tempo aber extrem hoch, liefert meist in jeder Episode eine Wendung und überzeugt durch zahlreiche spannende Momente. In diesem Sinne ist „Allegiance“ vielleicht am besten mit der zweiten Staffel von „Nikita“ (Serie von 2010) vergleichbar. Die Reihe wurde nach der ersten Staffel abgesetzt, wobei das Staffelfinale glücklicherweise halbwegs rund geendet hat.

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Bloodline (Netflix): Im Fokus steht hier die Familie Rayburn, die ein Hotel an den Florida Keys betreibt. Als das schwarze Schaf der Familie, Danny (Ben Mendelsohn), zurückkehrt, kommt Unruhe ins Haus. Gleichzeitig ist es der Startschuss, um uns die einzelnen Familienmitglieder näher vorzustellen und einige Geheimnisse des Clans ans Tageslicht zu bringen.
Während die Kritiker sich hier fast alle mit Lob überschlagen und „Bloodline“ als eine der besten Serien des Jahres bezeichnen, hatte ich große Mühe, nicht ständig einzuschlafen. Dabei war der Auftakt sehr vielversprechend, qualitativ durchweg alles auf sehr hohem Niveau (mit einer wirklich sehr schönen Location) und darstellerisch gibt es auch überhaupt nichts auszusetzen. Allerdings muss man bis zur zehnten Folge durchhalten, denn erst ab da fängt die Reihe an, wieder interessant zu werden und das Familiendrama zum Höhepunkt zu bringen (worauf man quasi schon seit den ersten Folgen wartet). Unterm Strich eine gute Serie, aber nichts, was einen (durchgehend) aus den Socken hauen würde. Zweite Staffel wurde übrigens bestellt.

Between (Netflix): Die Serie handelt von einer rätselhaften Seuche, die die Kleinstadt Pretty Lake befällt und sämtliche Bewohner über 21 Jahren dahinrafft. Nach Verhängung einer Quarantäne müssen die jugendlichen Überlebenden alleine mit der Situation fertig werden.
Die Serie erfindet das Rad nicht neu, denn eine ähnliche Prämisse mit ähnlichen Handlungen hat man sicher schon mehrfach irgendwo gesehen (zuletzt wohl bei „Under the Dome“) und was darstellerische Leistungen, Drama, usw. angeht bleibt noch recht viel Luft nach oben. Dennoch würde ich die Reihe als relativ solide bezeichnen, denn die meisten Charaktere waren in Ordnung, es gab ein paar nette Überraschungen und mit der sechsten Folge auch ein recht heftiges Staffelfinale, was zum Nachdenken anregt und eventuell Lust auf die bereits bestellte zweite Staffel macht.

The Whispers (ABC): Eine Reihe von merkwürdigen Unfällen, die alle in der Gegenwart von Kindern passieren, wecken die Aufmerksamkeit von Claire Bennigan (Lily Rabe), die beim FBI arbeitet, selbst einen Sohn hat und deren Ehemann vermisst wird. Die Kinder haben allesamt einen imaginären Freund namens „Drill“, der sie zu „Spielen“ überredet (die die Unfälle auslösen) und ihnen im Gegenzug Belohnungen verspricht.
Eine Mystery-Serie mit unheimlichen Kindern. Gut gemacht, denn es bleibt durchgehend spannend, gibt immer wieder Wendungen und die Kinder bleiben bis zuletzt unheimlich. Der Familienfokus ist zwar mitunter ein bisschen zuviel des Guten, aber aufgrund der Handlung durchaus passend. Die schlechte Nachricht ist jetzt, dass das Staffelfinale einen sehr bösen Cliffhanger hat und die Reihe abgesetzt wurde.

Dark Matter (Space, Syfy): Eine Science-Fiction Serie, die auf der gleichnamigen Comic-Vorlage von Joseph Mallozzi und Paul Mullie basiert. Sechs Leute wachen ohne jegliche Erinnerung an Bord eines Raumschiffs auf und landen in einer Minenkolonie, die von Söldnern im Auftrag einer großen Firma angegriffen werden soll. Es stellt sich heraus, dass die sechs Personen genau diese Söldner sind. Es gilt, sich zu entscheiden, ob man den ursprünglichen Auftrag durchführen oder den Kolonisten helfen soll. Außerdem bleibt noch die Frage, wer sie sind und wer sie in diese Situation gebracht hat.
Die Grundidee alleine hat hier schon was für sich und endlich wieder eine Science-Fiction Serie mit Raumschiffen, krummen Typen und einer guten Portion Humor. Dazu kommt noch die Tatsache, dass man als Zuschauer ähnlich schlau wie die Protagonisten ist und es jede Woche wieder was Neues über die Figuren zu entdecken gibt. Da schaut man gerne darüber hinweg, dass hier qualitativ nicht gerade große Sprünge gemacht werden. Erinnert ein wenig an die Stargate-Serien, was mit Blick auf die Macher nicht verwunderlich ist (gibt auch ein paar Gastauftritte von David Hewlett und Torri Higginson). Zweite Staffel wurde bestellt.

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Blindspot (NBC): Die Serie handelt von einer namenlosen Frau (Jaimie Alexander), die sich nicht an ihre Vergangenheit erinnert und nackt auf dem Time Square vorgefunden wird. Ihr Körper ist voller komplizierter Tattoos und ruft das FBI auf den Plan, denn eines der Tattoos trägt den Namen von FBI-Agent Kurt Weller (Sullivan Stapleton). Bald finden sie heraus, dass jedes Tattoo ein Rätsel ist, welches für ein Verbrechen steht, das es zu lösen gilt. So soll die Identität von Jane Doe herausgefunden werden und die Wahrheit hinter der Sache ans Licht kommen.
Eine schöne Serie für Zwischendurch, die eine Mischung aus Fällen der Woche und dem großen Mysterium hinter Jane Doe darstellt. Stellenweise hat man zwar das Gefühl, alles schon mal irgendwo gesehen zu haben und es stellt sich die Frage, wie lange sich die Suche nach der Wahrheit strecken lässt (beziehungsweise wie viele Hinweise sich aus der begrenzten Anzahl an Tattoos herauslesen lassen), aber bislang ist der Unterhaltungsfaktor in Ordnung. Eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

Supergirl (CBS): Diese Comicserie dreht sich um Kara Zor-El (Melissa Benoist), Supermans Cousine. Sie wurde als 13jährige zur Erde geschickt und sollte eigentlich auf ihren Cousin aufpassen, der damals noch ein Baby war. Aber ihr Raumschiff hat einen Umweg über die Phantomzone hingelegt und landete erst 24 Jahre später auf der Erde. Sie wuchs bei den Danvers auf, versteckte ihre Kräfte und arbeitet Jahre später unter Cat Grant (Calista Flockhart), der Gründerin des Medienimperiums CatCo. Erst durch den drohenden Flugzeugabsturz ihrer Ziehschwester Alex (Chyler Leigh) greift sie wieder zu ihren Superkräften und macht fortan als titelgebendes Supergirl auf sich aufmerksam.
Die Serie hat mich positiv überrascht. Oberflächlich betrachtet sieht das Ganze vielleicht kitschig aus, und die Frage, weshalb es neben Superman noch eine weibliche Heldin mit genau den gleichen Kräften geben muss, ist durchaus berechtigt. Aber Benoists Kara ist eine liebenswerte Figur, die einfach nur ihren Platz in der Welt sucht und ähnlich menschliche Probleme wie jede/r andere hat. Fans von Action kommen hier außerdem durch eine große Gegnerpalette ebenfalls auf ihre Kosten, auch wenn die Kämpfe natürlich mit einem TV-Budget umgesetzt werden und qualitativ sicher nicht mit diversen Kinofilmen mithalten können. Aber ich schaue mir lieber diese etwas seichtere und buntere Serie an als den nächsten Man of Steel.

Fear the Walking Dead (AMC): Basiert ähnlich wie die Mutterserie „The Walking Dead” (TWD) auf den Comics von Robert Kirkman und Dave Erickson und wird als „Companion Series“ zu TWD bezeichnet. Zeitlich gesehen spielt die Reihe allerdings einige Zeit vor TWD und betrachtet die Anfänge der Zombie-Apokalypse in Los Angeles.
Sicher nicht der große Wurf, den man hier gerne gesehen hätte. Von der Großstadt L.A. gibt es nicht wirklich viel zu sehen und die Hauptfiguren sind leider alles andere als Figuren, mit denen sich mitfiebern ließe. Entsprechend fehlt dann die Spannung, wenn wirklich mal einer von ihnen in der Patsche sitzt. Man hätte den Blickwinkel vielleicht besser auf ein paar Leute lenken sollen, die direkt mit der Krisenbekämpfung zu tun hatten, als ein paar 08/15-Figuren auf die Flucht zu schicken. Aber gut, unterm Strich fand ich das Gezeigte dennoch in Ordnung und werde sicher auch in die bereits bestellte zweite Staffel hineinschauen.

Hand of God (Amazon): In der Serie geht es um den Richter Pernell Harris (Ron Perlman), der das Recht in seine eigene Hand nimmt, um einen Vergewaltiger zu finden, der seine Familie zerstörte. Dabei bekommt er (angeblich) Botschaften von Gott, die ihm (angeblich) von seinem Sohn (Johnny Ferro) vermittelt werden, der seit einem Selbstmordversuch im Koma liegt. Den Piloten konnte man bereits 2014 sehen, die erste Staffel kam im September 2015 bei Amazon raus.
Darstellerisch kann man durch die Bank weg alle loben, qualitativ ist das Ding auch sehr sehenswert. Aber ich fand es mitunter recht zäh und selbst wenn man ein Faible für religiös angehauchte Themen hat, hält sich die Begeisterung doch in Grenzen. Storymäßig kommt die Serie nie so richtig aus den Puschen und könnte in meinen Augen viel spannender gemacht werden. Der Blick auf die hohen Tiere ist zuweilen aber spaßig und es gibt viele Handlungsstränge, die mir gefallen haben. Leider endet es dann auch so (oder so ähnlich), wie es schon im Piloten war und das ist mit Blick auf die Länge der Staffel (und Episoden) schon recht unbefriedigend. Klar, überall ging es voran, jede Figur hat Entwicklungen durchgemacht, usw. – das Ende gibt auch einen gewissen Abschluss. Aber die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt, deutet zukünftige Entwicklungen an und gerade bei der letzten Folge hatte ich das Gefühl, jetzt geht’s los – und dann war’s vorbei. Eine zweite Staffel wurde allerdings bestellt.

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Limitless (CBS): Basiert auf dem gleichnamigen Film von 2011 und hat auch Bradley Cooper in Gastauftritten an Bord. Wir folgen in der Serie Brian Finch (Jake McDorman), der mit der Droge NZT in Kontakt kommt und dadurch für begrenzte Zeit superintelligent wird. Allerdings zeigt NZT bei dauerhafter Anwendung tödliche Nebenwirkungen. Hier kommt US-Senator Morra (Cooper) ins Spiel, der Brian ein Gegenmittel gibt und dafür im Gegenzug verlangt, dass er über laufende FBI-Ermittlungen im Bilde gehalten wird.
Die Fälle sind ganz einfallsreich und witzig, es macht auch größtenteils Spaß, Brian bei seinen Abenteuern zu folgen. Allerdings wird es mir stellenweise dann doch zu albern. Für Zwischendurch ist die Serie aber nette Unterhaltung.

Scream Queens (FOX): Diese Anthology-Reihe dreht sich in der ersten Staffel um eine Mordserie an einer Universität und wird als genre-überschreitende Horror-Comedy beschrieben. Im Fokus des Killers steht dabei die Kappa Kappa Tau Schwesternschaft unter der Leitung von Chanel Oberlin (Emma Roberts). Mit Jamie Lee Curtis als Dekanin Cathy Munch.
Eine herrlich bescheuerte Serie, die sich zu keiner Zeit ernst nimmt und genau das abliefert, was die Scream-Serie auf MTV hätte sein können. Es gibt jede Menge Anspielungen auf das Horror-Genre und neben dem speziellen Humor, den man braucht, um die Serie gut zu finden, ist es hier auch nicht ganz so leicht, herauszufinden, wer den nun der oder die Killer sind. Würde ich als Geheimtipp werten. Leider gab es bislang noch keine Neuigkeiten zu einer zweiten Staffel.

The Player (NBC): In dieser Serie wird der Sicherheitsexperte Alex Kane (Philip Winchester) in die Machenschaften einer ominösen Organisation unter der Leitung von Mr. Johnson (Wesley Snipes) verstrickt und muss fortan Verbrechen verhindern. Passend zur Location Las Vegas haben reiche Zocker dabei die Möglichkeit, Wetten für oder gegen das Gelingen von Alex’ Aktionen aufzugeben.
So doof die Prämisse mit den Wettspielen auch klingen mag, was den Actionfaktor angeht, kommt man als Zuschauer hier voll auf seine Kosten und neben Winchester darf auch Snipes des Öfteren zeigen, dass er noch nicht zum alten Eisen zählt. Leider wurden der Serie nur neun Folgen gegönnt, bevor sie abgesetzt wurde, und das Ende ist leider offen.

Quantico (ABC): Diese Serie dreht sich in der Gegenwart um Alex Parrish (Priyanka Chopra), die eines terroristischen Anschlags verdächtigt wird. In Rückblicken gibt es dabei zu sehen, wie Alex und andere ihre Ausbildung zu FBI-Agenten in Quantico absolvieren. Klar ist dabei, dass eine oder einer der angehenden Agenten tatsächlich hinter dem Anschlag steckt.
Im Großen und Ganzen gefällt mir die Reihe und vor allem die Geschichte in der Gegenwart ist spannend und wendungsreich. Aber je weiter die Serie fortschreitet, umso nerviger werden die Rückblicke, die die aktuelle Handlung unterbrechen und oft länger ausfallen als das, was einen interessiert. Man kann sich durch die Rückblicke zwar ein immer besseres Bild von allen beteiligten Figuren machen, aber irgendwann reicht das auch. Die erste Staffel wurde übrigens auf 22 Folgen aufgestockt.

Blood & Oil (ABC): In dieser Seifenoper geht es um Billy (Chace Crawford) und Cody LeFever (Rebecca Rittenhouse), die sich ein neues Leben im fiktiven Ort Rock Springs in North Dakota aufbauen wollen. Dort wurden große Ölreserven gefunden, und der Tycoon Hap Briggs (Don Johnson) hat das Sagen.
Wenn mir mal jemand erzählt hätte, dass ich eine Seifenoper gut finden würde, hätte ich wahrscheinlich laut losgelacht. Jetzt ist es aber wirklich passiert und die Geschichte der LeFevers und auch der Briggs-Familie und sämtlicher Figuren, die dort noch auftreten, ist schon nicht schlecht. Cody versucht alles, um vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Millionär zu werden, aber auf jeden Erfolg scheint die nächste Niederlage zu folgen. Nebenbei spielen natürlich auch diverse Beziehungen und Intrigen eine Rolle und Johnson spielt seine Rolle als Hap Briggs, der alles daran setzt, seinen Erfolg zu halten, ausgezeichnet. Nach zehn Folgen wurde die Serie allerdings abgesetzt. Trostpflaster: Es gab ein (offensichtlich schnell zusammen gestricktes) rundes Ende.

18_Into.the.Badlands

Into the Badlands (AMC): In dieser Endzeit Martial Arts Serie dreht sich alles um Sunny (Daniel Wu) und den Jungen M.K. (Aramis Knight), durch die wir einer gefährlichen, feudal regierten Welt vorgestellt werden. M.K. und seine Herkunft umgibt dabei ein Geheimnis, was es zu ergründen gilt. Basiert lose auf der klassischen chinesischen Geschichte „Journey to the West“ von Wu Cheng’en und hat Stephen Lang sowie Lance Henriksen in kleineren Rollen an Bord.
Das Highlight sind hier sicher die gut choreographierten Kampfszenen, während die Rangeleien und Machtkämpfe der Barone mich eher kalt ließen. Spannend bleibt dafür die Frage nach der Herkunft des Jungen und was es mit seinen Eigenschaften auf sich hat. Die sechste Folge, die auch gleichzeitig das erste Staffelfinale darstellt, scheint hier einen großen Sprung nach vorne zu machen, endet allerdings mit gleich mehreren Cliffhangern. Zu einer zweiten Staffel ist bislang noch nichts bekannt.

Ash vs Evil Dead (Starz): In dieser Serie nimmt Bruce Campbell seine Rolle als Ash wieder auf und muss Jahre nach seinem letzten Abenteuer (Armee der Finsternis) wieder zur Kettensäge greifen, um das Böse kaputt zu metzeln. Unterstützung bekommt er dabei durch Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo), während ihm die Behörden in Form von Amanda (Jill Marie Jones) auf der Spur sind. Außerdem ist Lucy Lawless in einer recht mysteriösen Rolle dabei.
Gefällt mir bislang doch weit besser als erwartet. Die Serie geizt nicht mit Blut und hat eine Menge Fanservice an Bord – denn fast in jeder Folge gibt es Verweise auf die drei Filme, durch die Ash einst bekannt wurde. Großer Pluspunkt ist außerdem Campbell, der nichts von seinem Charisma verloren hat. Gibt aber leider auch Episoden, die nicht so recht funktionieren wollen und mit der größeren Geschichte geht es eher schleppend voran. Wurde übrigens schon vor der Ausstrahlung für eine zweite Staffel verlängert.

Wayward Pines (FOX): Basiert auf den drei Büchern von Blake Crouch und dreht sich um den Secret Service Agenten Ethan Burke (Matt Dillon), der das Verschwinden zweier Kollegen untersucht und nach einem scheinbaren Autounfall im Krankenhaus der mysteriösen Kleinstadt Wayward Pines erwacht. Dort kann er sich weder mit seinen Vorgesetzten noch mit seiner Familie in Verbindung setzen und es gelingt ihm auch nicht, die Kleinstadt wieder zu verlassen. Unter den Executive Producern findet sich ein gewisser M. Night Shyamalan.
Die erste Hälfte dieser Mystery-Serie fand ich wirklich großartig. Es gab eine Enthüllung nach der anderen, blieb durchgehend spannend und lieferte einen WTF-Moment nach dem nächsten. Die zweite Hälfte war zwar in Ordnung, aber irgendwie war die Luft raus und auch das Ende fand ich nicht so recht gelungen. Eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

Und hier nun meine persönlichen zehn Favoriten (Reihenfolge nicht zwingend):

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10. Bosch (Amazon): Nachdem der Pilot bereits 2014 zu sehen war, ging die erste Staffel 2015 auf Sendung. Titus Welliver ist Detective Harry Bosch und der Mittelpunkt dieser Crime-Serie, die in L.A. spielt und auf Büchern von Michael Connelly basiert. Im Auftakt sucht er den Mörder eines 13jährigen Jungen und muss sich für einen anderen Fall vor Gericht verantworten.
Die erste Staffel hat mir sehr gut gefallen. Die Location L.A. ist nett, die Ermittlungen werden für Bosch eine persönliche Angelegenheit und wir bekommen gezeigt, dass er eine schwere Kindheit hinter sich hat und vom Leben gezeichnet ist. Gleichzeitig schießt sich noch ein Serienkiller auf ihn ein und er ist einem enormen Druck ausgesetzt – von den Kollegen, von den Vorgesetzten, vom Serienkiller, von der gegen ihn laufenden Gerichtsverhandlung, usw. Manko ist allerdings, dass dieser ganze Druck kaum Auswirkungen bei ihm zeigt, da hätte es noch Potenzial gegeben, was Boschs persönlichen Drama-Faktor angeht. Ansonsten sind die Fälle schon recht harter Tobak, die Serie recht düster und melancholisch und Welliver ziemlich großartig in der Rolle. Eine zweite Staffel wurde übrigens bestellt.

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9. American Crime (ABC): Diese Anthology-Serie von John Ridley (12 Years a Slave) dreht sich in der ersten Staffel um den Mord an Matt Skokie, wobei auch dessen Frau Gwen brutal attackiert wird. Die Serie benutzt das Verbrechen, um aus den Perspektiven aller vom Mord betroffenen Figuren Amerikas verhärtete Ansichten bezüglich Rasse, Klassengesellschaft und Genderpolitik in den Vordergrund zu rücken.
Eine ausgesprochen gelungene Gesellschaftskritik, die vor allem von den vielen Figuren lebt, in die wir einen realistischen, emotionalen Einblick bekommen. Hervorheben würde ich Felicity Huffman, die als biestige Leslie Graham hervorsticht. Die Serie hat bereits eine ganze Reihe von Nominierungen bei diversen Preisverleihungen bekommen und kann sich auch bei den kommenden Golden Globes gute Chancen ausrechnen. Eine zweite Staffel mit neuer Geschichte kommt 2016.

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8. Narcos (Netflix): Die Serie behandelt den Aufstieg von Pablo Escobar (Wagner Moura) und dem kolumbianischen Medellín-Kartell zu einem der mächtigsten Drogenkartelle der Welt in den 1970er und 1980er Jahren. Der Handlungsverlauf wird aus der Sicht des DEA-Agenten Steve Murphy (Boyd Holbrook) und dessen Partner Javier Peña (Pedro Pascale) gezeigt, die Escobar seinerzeit dingfest gemacht haben, und dabei zunehmend selbst in den Sumpf aus Korruption und Gewalt gezogen wurden. Die Serie basiert auf wahren Ereignissen.

An den halbdokumentarischen Stil der Reihe muss man sich zunächst gewöhnen, denn statt einer kontinuierlichen Geschichte gibt es hier einige Sprünge von Ereignis zu Ereignis zu verzeichnen, die oft mit einem Voice-Over von Murphy unterlegt werden. Durch diesen Stil hatte ich auch oft das Problem, mich nicht so richtig in die Figuren reinfühlen zu können. Hat man sich aber erst einmal an die Erzählweise gewöhnt, bekommt man hier eine fesselnde (wahre) Geschichte erzählt, die einen guten Einblick auf die damalige Epoche in Kolumbien gibt. Beim Cast sollte vor allem Wagner Moura lobend erwähnt werden, dessen Pablo Escobar natürlich oft im Fokus steht. Von Serien dieser Sorte sollte sich der History Channel mal eine Scheibe abschneiden. Eine zweite Staffel wurde bestellt.

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7. The Frankenstein Chronicles (ITV Encore): Sean Bean spielt John Marlott, der im London des Jahres 1827 den rätselhaften Fall einer angespülten Leiche klären soll. Der Körper des Kindes, der aus zusammengeflickten Teilen besteht, sowie die Ermittlungen dazu führen Marlott in die dunklen Ecken Londons, wo er mit Prostitution, Drogenhandel, Auftragsmorden, etc. konfrontiert wird. Fernab von allen Klischees, die der Titel vielleicht mit sich bringt, gibt es hier ein äußerst atmosphärisches Crime-Drama im London des frühen 19. Jahrhunderts zu sehen.

Der Zuschauer möchte genau wie Marlott herausfinden, wer für die grausam zusammengeschusterte Leiche verantwortlich ist und begibt sich zusammen mit dem Protagonisten auf eine gruselige Reise in die dunklen Ecken der Stadt. Dabei werden Verbindungen und Machenschaften aufgedeckt, die unglaublich erscheinen – wobei die Serie aber nicht ins Übernatürliche abdriftet. Im Gegenteil, Mary Shelleys Buch und sie selbst sind Bestandteil der Geschichte, wunderbar in den Kriminalfall integriert, der durchgehend spannend bleibt. Zum letzten Akt möchte ich dabei nicht viel sagen. Nur eben, dass ich zwar mit einigen Enden, aber eben nicht mit diesem gerechnet hätte.

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6. Marvel’s Jessica Jones (Netflix): Basiert auf der gleichnamigen Comicfigur. Jessica Jones (Krysten Ritter) betreibt eine Privatdetektei und ist mit Superkräften ausgestattet. Bei Ermittlungen zu einem neuen Fall stößt sie auf ihre alte Nemesis Kilgrave (David Tennant), den sie für tot hielt.
Die Serie schneidet bei mir eine Spur schlechter als „Daredevil“ ab, hat sich aber dennoch einen Platz in meiner Topliste verdient. Besonders der erwachsene Ton und ein gut charakterisierter Bösewicht, dessen Handlungen und Werdegang sich nachvollziehen lassen, wissen hier zu überzeugen. Abgesehen davon gibt es endlich eine weibliche Superheldin mit Ecken und Kanten, von der ich gerne mehr sehen würde. Qualitativ braucht sich die Serie auch nicht zu verstecken, allerdings blieb in Sachen Handlung und bei einigen Charakteren am Ende doch noch einiges an Luft nach oben. Bonus: Durch mehrere Auftritte von Luke Cage (Mike Colter) wird schon mal Vorfreude auf die nächste Marvel-Reihe bei Netflix geweckt. Zu einer zweiten Staffel ist bis dato noch nichts bekannt.

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5. Better Call Saul (AMC): Dieses Spin-off von „Breaking Bad” dreht sich um den Werdegang von Saul Goodman (Bob Odenkirk) alias Jimmy McGill. Die Geschichte setzt sechs Jahre vor seinem ersten Auftritt in der Mutterserie ein und hat neben Saul noch ein paar andere bekannte Figuren aus „Breaking Bad“ an Bord.

Obwohl sich befürchten ließ, dass bloß noch mehr Geld aus der hoch gelobten Mutterserie herausgeholt werden soll, schafft es „Better Call Saul“ erstaunlich gut, auf eigenen Beinen zu stehen. Mehr noch, die Serie ist auf ihre eigene Art ziemlich großartig gemacht, bietet neben ernsten dramatischen Entwicklungen einiges an Situationskomik und liefert gegen Ende der ersten Staffel einen WTF-Moment, der sich gewaschen hat. Die zweite Staffel kommt übrigens im Februar 2016.

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4. Marvel’s Daredevil (Netflix): Basiert auf der gleichnamigen Comicfigur. Matt Murdock (Charlie Cox) ist ein blinder Anwalt, der nachts als Superheld Daredevil den Verbrechern der Stadt das Leben schwer macht. Dabei bekommt er es unter anderem mit Wilson Fisk (Vincent D’Onofrio) zu tun, einem mächtigen Geschäftsmann und Verbrecherkönig.

Hat mir sehr gut gefallen, was auch daran liegt, dass schon viele zukünftige mögliche Entwicklungen mit reingenommen beziehungsweise angedeutet werden, mit denen sich noch viel erzählen lässt. Abgesehen davon ist die gesamte Entwicklung der Figuren einfach toll gemacht, die Rückblicke passend eingesetzt und das aktuelle Geschehen wird nie langweilig, selbst wenn sich die eine oder andere Folge mal nur auf wenige Charaktere fokussiert und der Hauptplot etwas zurückgeschraubt wird. Ansonsten lassen sich hier ähnlich wie bei „Jessica Jones“ der dunkle, erwachsene Ton, die hohe Qualität von allem und die Charakterisierung von Bösewicht und Helden nennen. D’Onofrio und Cox waren einfach großartig. Netflix hat bereits eine zweite Staffel bestellt, in der angeblich der Punisher Frank Castle (Jon Bernthal) eine größere Rolle spielen wird.

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3. Fortitude (Sky Atlantic): Diese britische Crime-Serie mit Mystery-Elementen spielt im arktischen Norwegen, in der fiktiven Siedlung Fortitude auf Spitzbergen – die gleichzeitig als sicherster Ort der Welt gilt, denn hier ist es noch nie zu einem Gewaltverbrechen gekommen. Nach dem Mord an einem Polarforscher am „Fortitude Arctic Research Center“ ist die sonst so fest zusammengeschweißte Gemeinde stark erschüttert und fängt bald an, jeden Bewohner zu verdächtigen. Obendrein fliegt auch noch der Ermittler Eugene Morton (Stanley Tucci) aus London ein, um den örtlichen Polizeichef Dan Andersen (Richard Dormer) bei der Aufklärung zu unterstützen.

Die Serie hat eine ganz eigene Stimmung und ist von daher schon etwas Besonderes. Der Cast ist großartig, der auslösende Kriminalfall gut genug, um dem Zuschauer ähnlich wie die Protagonisten vor ein ordentliches Rätsel zu stellen. Dabei deutet sich auch öfter etwas in der übernatürlichen Richtung an, was aufgrund der arktischen Umgebung mit ihren großartigen Bildern irgendwie zusammenpasst. Im Staffelverlauf gibt es zudem zahlreiche Figuren zu entdecken, die in der kleinen Stadt leben und (selbstverständlich) einige Geheimnisse vor einander haben. Es gibt also einiges zu erkunden, wobei man allerdings auch etwas Geduld mitbringen muss, denn das Tempo ist eher gemächlich. Die Geschichte wird mit der ersten Staffel übrigens gut aufgelöst, und eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

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2. Sense8 (Netflix): Durch ein tragisches Schicksal finden sich acht fremde Menschen aus verschiedenen Ländern und von verschiedenen Kontinenten mental und emotional mit einander verbunden. Bei dem Versuch herauszufinden, warum dies passiert ist und was es für die Zukunft der Menschheit bedeutet, versucht der geheimnisvolle Mann Jonas (Naveen Andrews) die acht Fremden zusammenzubringen, während ein gewisser Mr. Whispers (Terrance Mann) und dessen Organisation Jagd auf sie machen, um sie zu töten. Von den Wachowski-Geschwistern und J. Michael Straczynski.

Es mag vielleicht drei bis vier Folgen dauern, bis einen die Serie so richtig packt, aber was hier abgeliefert wird, wäre mit „episch“ noch untertrieben beschrieben. Es gibt Romantik und Liebe, aber auch Action, Crime und Mystery. Die Reihe ist ein gigantischer Mix aus fast allem, was Menschlichkeit ausmacht – Identitätsfindung, Familie, Sexualität, Geschlecht, Religion und Kultur. Wobei man hier versucht, noch einen Schritt weiter zu gehen und quasi die „nächste Evolutionsstufe“ zu erreichen. Hinzu kommt noch, dass tatsächlich weltweit gedreht wurde und so neben der packenden Geschichte mit seinen acht Hauptfiguren, die einem im Staffelverlauf ans Herz wachsen, obendrein noch optisch einiges geboten wird. Für einen Kinofilm wäre diese Geschichte einfach zu groß und die erste Staffel selbst lässt sich im Nachhinein eigentlich „nur“ als ein Prolog betrachten. Gut, dass eine zweite Staffel bereits bestellt wurde.

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1. Mr. Robot (USA Network): In der Serie folgen wir einem jungen Programmierer mit Persönlichkeitsstörungen (Rami Malek), der von dem mysteriösen Mr. Robot (Christian Slater) für eine anarchistische Hackergruppe rekrutiert wird, um die Firma zu hacken, die er als Angestellter einer Cybersecurity-Firma beschützen soll. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen richtig, falsch, Realität und Täuschung. Eine etwas ausführlichere Kritik habe ich hier bereits geschrieben, daher an dieser Stelle nur kurz das Fazit:

„Mr. Robot“ zieht den Zuschauer von der ersten Minute an in seinen Bann, besticht durch seine Erzählweise, der darstellerischen Leistung von Rami Malek und einer authentisch und aktuell erzählten Geschichte, die es in dieser Form noch nicht zu sehen gab. Beim Schauen fühlt man sich an Filme wie Fight Club (1999), American Psycho (2000) oder gar Taxi Driver (1976) erinnert – allerdings ohne den Eindruck zu erwecken, es hier mit simpel kopierten Prämissen zu tun zu haben. Denn die Serie ist, was Originalität und Kreativität angeht, ganz oben dabei.

So, das war es dann von meiner Seite zu den Serienneustarts von 2015. Auffällig ist natürlich, dass sich in meiner Topliste gleich vier Netflix-Serien befinden. Zufall? Oder ein Zeichen dafür, dass der VoD-Anbieter tatsächlich ein gutes Händchen für tolle Serien hat? Mal schauen, wie das nächstes Jahr aussieht.

Jetzt bin ich erstmal gespannt auf eure Meinungen. Welche Serien sind eure Favoriten? Von welchen wart ihr enttäuscht?

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