BG HORROR ESSENTIALS 3/9: Saw etc

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Da es ne Menge Filme gibt, kann man schon mal den Faden verlieren, was man denn alles kennen sollte. In der BG Reihe HORROR ESSENTIALS stellen wir euch 45 Horrorfilme vor, die jeder Filmenthusiast kennen sollte. (von Christian Mester).

Dies ist der 3. Artikel von insgesamt 9.

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Worum geht’s: In einer Antarktis-Station erreicht ein außerirdisches Wesen eine Gruppe Forscher… und ersetzt sie nach und nach. Bald weiß man nicht mehr, wer noch ein Mensch ist, und wehe dieses Ding erreicht die Zivilisation.

Empfohlen warum: Das Ding von John Carpenter ist ein perfekter Horrorfilm, den man sogar kennen muss, hat man mit Horror allgemein nichts am Hut. Höchstspannend inszeniert, entwirft dieser “Alien auf der Erde” ein unerbittliches Szenario. Fliehen ist wegen der Kälte nicht, also muss sich der unbesiegbar scheinenden Gefahr gestellt werden. Dass sich das Ding als Menschen tarnen kann, macht es genau so furchtbar wie seine monströsen Ausgeburten, die so auch in den Höllenpfaden Diablos herumlaufen könnten. Mit seiner einfach gehaltenen Musik baut er eine fesselnde Atmosphäre auf, die bis zum letzten Moment anhält, und dann nicht mehr vergessen werden kann.

Vermächtnis: Das Ding bekam vor ein paar Jahren ein Prequel, das nicht schlecht ist, aber zu sehr auf Computereffekte und Action setzt um längerfristig relevant zu bleiben. In Gameform bekam es einen zweiten Teil, der reichlich gelungen war. Der Film ist übrigens ein Remake des 50er Kultfilms Das Ding aus einer anderen Welt. Der ist zeitbedingt charmant und herrlich naiv, aber zu nah an Frankenstein, der Mumie und dem Schrecken vom Amazonas.

BG Kritik Original – Teil 1 – Teil 2 – Game

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Worum geht’s: Bei einem Verwandtenbesuch lernen junge Leute die exzentrischen Nachbarn kennen, die gerne Gesichter als Masken tragen, Möbel aus Knochen anfertigen und Heißhunger auf Chili con Carne der etwas anderen Art haben.

Empfohlen warum: Texas war in den 70ern ein wahrer Vorschlaghammer ins Gesicht. Filme mit Irren, die junge Leute entführen und kaltmachen gabs zwar schon vorher, aber das Blutgericht in Texas ist ein ungewöhnlich intensiver Terror-Horrorstreifen. Die unübliche Weise der halbdokumentarisch wirkenden Inszenierung und die wenig theatralischen Morde, sowie die vor allem heutzutage unüblich dreckigen, schmutzigen Austragungsorte ließen den Film roh und unzähmbar wirken. Im Vergleich zu anderen Streifen der Zeit wie I Spit on Your Grave und The Last House on the Left hielt er jedoch die Exploitation zurück: keine Nacktheit, trotz Massaker im Titel keine Blutbäder. Der Film spielt vielmehr mit der Imagination und lässt mehr sehen, als letztlich da ist. Dazu ist die Ikonografie sehr gelungen, mit Leatherface, dem Anhalter und dem Koch, deren Faszination zig weitere Teile folgen ließen.

Vermächtnis: Texas kam auf insgesamt 7 Teile. 2 ist eine bizarre Komödie, in der Dennis Hopper ein Kettensägenduell mit Leatherface hat. 3 mit Viggo Mortensen und 4 mit Matthew McConaughey sind ziemlicher Schund. Das Remake von 2003 hat die Rohheit des Originals nicht, gehört aber zu den besseren Genrefilmen der letzten Jahre. Dessen weiter Teil ist eine schwächere Kopie, und der letzte Film Texas Chainsaw – The Legend is Back hat bis auf eine ansprechende Wendungsidee nichts zu bieten.

BG Kritik Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4RemakeRemake Teil 2Remake Remake

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Worum geht’s: In einer Ballerinaschule passieren seltsame Vorkommnisse, und eine junge Frau gerät hinter die gruseligen Kulissen.

Empfohlen warum: Suspiria stellt das Schaffens-Highlight des italienischen Meisters Dario Argento dar. Ein visuell sehr markant bonbon-farbener Horrorfilm mit leichtem Märchencharakter, mit einem hyptnotisierenden Soundtrack der Kultband Goblin. Das Treiben in der Schule wird zum atmosphärischen Schrecken, dessen Weg zum Finale hervorragend aufgebaut wird. Gerade auch im Vergleich zum amerikanischen Horrorkino ein mal völlig anders erscheinender Titel, der sich viele Anleihen des Giallo-Kinos, das Argento mitentwickelte, zu nutze macht, um sein Horrormärchen unvergessen zu machen.

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Worum geht’s: Plötzlich hat sich etwas auf der Welt geändert, denn die Toten erheben sich aus den Gräbern und greifen die Lebenden an. In einem Haus verschanzen sich ein paar Überlebende, die von immer mehr Toten umzingelt werden.

Empfohlen warum: Nacht ist einer der Urväter des Zombiekinos (wenn auch nicht der älteste, das wäre White Zombie von 32) und ein wahrer Klassiker. Noch in Schwarz-Weiß gedreht, erzählt er eine sehr 50er Jahre wirkende Horrorfabel, in der die Zombies noch langsam stöhnend schlurfen und sich innerhalb der eigenen vier Wände ganz eigene Grauen entwickeln, vor allem vor dem Hintergrund der Apartheid, die 68 so gerade zuende ging. Ein heutzutage sehr träger Film, der aber mit gelungenen Figuren und einem unvergesslich bösen Ende aufwartet.

Vermächtnis: Nacht hat über die Jahre unzählige Fortsetzungen und Remakes bekommen, offizielle, wie auch inoffizielle. Ab Dawn of the Dead (Zombie) ist es dann auch in Farbe. Dawn war der erste richtig kommerziell erfolgreiche Zombiefilm und fällt sehr viel actionreicher aus, aber da muss man drauf achten, die Blu-ray Fassung mit den richtig gefärbten Zombies zu finden – in fast allen anderen Fassungen sind sie blau gefärbt und wirken darin seltsam. Auch ist die längste hier nicht unbedingt die beste, da mehr Lauflänge hier nicht mit mehr Action gleichzusetzen ist. Day of the Dead und Land of the Dead sind auch noch gut, aber dann folgen Diary, Survival und Island of the Dead, die alle zum Einsargen sind. Das Dawn Remake lässt sich noch empfehlen, vom Regisseur von Watchmen und Batman V Superman.

Kritiken zu allen Filmen hier

saw

Worum geht’s: Ein Mann entführt Leute mit geheimen Sünden und steckt sie in tödliche Fallen. Die Frage ist dann, wie weit würden sie gehen, um ihr Leben zu bewahren?

Empfohlen warum: In den äußerst schwachen 2000ern war Saw einer der wenigen neuen Klassiker. Ein schnell geschnittener, einfallsreicher Film, der mehrere starke Schockszenen besitzt und außerdem eine spannende Story mit gewaltigen Wendungen entwickelt, bei der es Spaß macht mit zu überlegen, wer dahinter steckt und wie es enden wird. Die Fallen an sich sind arg böse und pures Gimmick, aber reichlich unterhaltsam und hier sehr viel ernster inszeniert als die vielen Unfalltode in den Final Destinations.

Vermächtnis: Saw ging noch bis Teil 7 weiter und wurde damit zur erfolgreichsten Horror-Filmreihe aller Zeiten. Qualitativ bliebs aber nicht so gut, denn ab Teil 3 kommt erstmal ein großes Loch mit 4 und 5, bevor 6 und 7 dann wieder zurück nach oben ächzten. Schauen sollte man die weiteren Teile aber nicht nur wegen den vielen neuen Fallen, sondern wegen der unglaublich verschachtelten Story, die ihre Vorgeschichte mit jedem neuen Kapitel in ein neues Licht setzt und erzählerisch außergewöhnlich komplex wird. Wenn man sich drauf einlassen kann – sonsts sinds immer nur neue Gesichter in neuen Fallen. Es gibt zwei Games mit eigenen Geschichten, die passabel sind.

Kritiken zu allen Filmen hierGame

(Aus Jugendschutzgründen empfehlen wir selbstredend immer die gekürzten Fassungen)
Anderer Meinung oder Tipps, welche wir noch nennen müssen? Schreib uns hier oder im Forenthread zur Reihe!

BG Horror Essentials – Teil 1/9 – u.a. A Nightmare on Elm Street
BG Horror Essentials – Teil 2/9 – u.a. Der Weiße Hai
BG Horror Essentials – Teil 3/9 – u.a. Texas Chainsaw Massacre
BG Horror Essentials – Teil 4/9 – u.a. Freitag der 13te
BG Horror Essentials – Teil 5/9 – u.a. Shining
BG Horror Essentials – Teil 6/9 – u.a. Jurassic Park
BG Horror Essentials – Teil 7/9 – u.a. The Hills have Eyes
BG Horror Essentials – Teil 8/9 – u.a. Hostel
BG Horror Essentials – Teil 9/9 – u.a. Shaun of the Dead

5 Comments

  1. Pingback: HORROR ESSENTIALS 1/9 – Nightmare etc. – Bereitsgesehen

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