BG Kritik:

Saban's Power Rangers


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Saban's Power Rangers (US 2017)
Regisseur: Dean Israelite
Cast: Elizabeth Banks, Bryan Cranston, Dacre Montgomery

Story: Eine Gruppe Außenseiter findet eines Tages mysteriöse Powermünzen, die sie zu den Auserwählten einer alten Spezies machen. Im Auftrag des körperlosen Zordon bereiten sie sich daraufhin als verwandelte Superkämpfer Power Rangers darauf vor, eine machtgierige Außerirdische namens Rita Repulsa aufzuhalten...

Ay yai yai! AY YAI YAI!

Go Go Power Rangers!


Kaum zu glauben, dass die Power Rangers Serie heutzutage noch immer läuft, oder, dass die ursprüngliche japanische Originalserie Super Sentai, aus der man sämtliche Kampf- und Kaijuszenen übernahm, seit den 70er Jahren auch noch immmer on air ist. Kein Wunder also, dass eine moderne Kinoneuauflage hermusste, um die Welt an diesen totgeglaubten Franchise zu erinnern (und: um neu dran abzukassieren. 6 Filme sind geplant!). Es ist ebenfalls kein Wunder, dass die neue Version der Power Rangers betucht weniger albern sein will, um die zurückzuholen, die für ein authentisches Power Rangers mittlerweile zu seriös sind. Nachdem Joseph Kahn vor einiger Zeit mit seinem grim & gritty Kurzfilm Power/Rangers mit Katee Sackhoff als Badass zeigte, wie lächerlich die Rangers in knallhart sind, fällt dieser Film nun nicht ganz so trocken aus, schämt sich aber dennoch zischend seiner spielzeuglastigen Herkunft. In erster Linie zeigt sich das darin, dass es 90 Minuten dauert, bis sich die Ranger zum ersten Mal vollkommen verwandeln. Nur in der letzten halben Stunde ist Zeit für Gebäude stampfende Action, und welch Überraschung? Die ersten 90 ohne Rangers, Zords und Goldar sind fast gelungener.

Eigentlich sollte man annehmen, dass alles außer der Action skipbarer Teenschmonz ist - und das ist es auch. Zwar werden die Darsteller anschließend wohl kaum weiter groß ins Auge fallen, doch es ist ein durchaus sympathischer Haufen. Man kann sagen, dass diese Pre-Ranger adäquate Schulfiguren abgeben und locker Teil einer leichten Serie ohne Zords sein könnten. Witzig ist fast, dass man sich trotz 20+ Jahren Power Rangers in der Pflicht sah, statt einer Story aus der eigenen Serie den Film Chronicle zu imitieren, denn die Ähnlichkeiten der ersten Stunde sind so gravierend, dass Max Landis und Josh Trank sich mal näher drüber unterhalten müssten.

It's Morphin Time!


Was die eigentliche Power Rangers Action betrifft, lässt sich diese als "in Ordnung" bezeichnen. An die Disco-Glitzerlackierung der Anzüge muss man sich ebenso gewöhnen wie an den Fakt, dass die Visiere fast die ganze Zeit über offen bleiben, aber Zords, Zordkampf und Zordon sind schon relativ passend umgesetzt. Natürlich wäre viel mehr drin; so erreicht die Kampfkolosskeilerei nie die Epik eines Transformers oder Pacific Rim, aber wenn man ausgehend von den anderen beiden Kinofilmen Bodensatz erwartet, übertrifft der Film die Befürchtungen. Immerhin hält Zordons Handlanger Alpha 5 (der erste Roboter mit Wampe?) sein "Ay yai yai" in Grenzen.

Klares Highlight des Films ist Elizabeth Banks, die als Rita Repulsa von Anfang an in die Vollen geht und so überspitzt agiert und manisch lacht, als wäre sie in der ursprünglichen Power Rangers Serie (oder in Mortal Kombat: Annihilation). Die jungen Schauspieler der Ranger haben leider alle noch Hoffnung in den Augen, dass es mehr als Power Rangers ist oder eventuell zu mehr als Power Rangers führen mag, doch Banks scheint alles egal zu sein. Sie wie auch Bryan Cranston, der in der Originalserie damals übrigens zwei Monsterfiguren vertonte, haben offensichtlich offensiven Spaß mit all dem Blödsinn, ganz egal, was folgen mag. Natürlich darf man mutmaßen, wie amüsant der Film hätte werden können, hätten die anderen Darsteller und zudem Regie und Drehbuch ähnliche Lockerheit an den Tag gelegt, doch anbetracht der Umstände ist das Ergebnis recht tolerabel geworden.

Fazit:

Ay yai yai, schon in wenigen Wochen wird kein Mensch mehr über diesen Film reden. Stellt sich die berechtigte Frage, ob das gut oder schlecht ist, denn immerhin ist er sehr kurzweilig und nicht so miserabel geworden, dass man ihn auch in Zukunft noch als kreativen Vollflop zählen wird. Ist das schon Erfolg genug? Der neue Power Rangers Film ist nicht ganz so kindisch, wie man es befürchten könnte, aber auch nicht so unterhaltsam, wie man es erwarten sollte.

4 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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